In der Wildnis

Helena wächst auf wie im Paradies: sie geht nicht zur Schule und kann den ganzen Tag mit ihrem Vater in dem Moor, in dem sie wohnen, jagen, sammeln und Tiere beobachten. Für Helena ist es nicht seltsam, dass sie völlig abgeschieden vom Rest der Menschheit aufwächst, ausschließlich nur von dem lebt, was sie in der Natur finden und keinen Strom oder fließend Wasser hat. Wie kann ihr auch etwas fehlen, das sie gar nicht kennt? Sie vergöttert ihren Vater, der ihr im Lauf der Jahre alles beibringt, was sie zum Überleben wissen muss. Als sie älter wird, sieht sie auch die gewaltvollen Übergriffe ihres Vaters immer kritischer und die Sehnsucht nach mehr Menschen wird größer. Nachdem sie erfahren hat, dass der Vater ihre Mutter als 15-jähriges Mädchen entführt hat und seitdem gefangen hält, gelingt ihr mit der Mutter die Flucht. Der Vater kommt ins Gefängnis und wird lebenslänglich eingesperrt. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. 15 Jahre später hört sie im Radio, dass ihr Vater aus dem Gefängnis entflohen ist. Noch in der Nacht bringt sie ihre Töchter in Sicherheit und macht sich auf die Suche nach ihm, denn ihr ist klar, dass sie die einzige ist, die ihn überhaupt finden kann. Es dauert nicht lange, bis sie seine Fährte hat, und da liegt auch schon das erste Geschenk, das er für sie hinterlassen hat. Das tödliche Spiel beginnt.

Ein unglaublich spannendes Buch! Die Rückblenden über Helenas Zeit im Moor sind sehr fesselnd und berührend, wie sie das Leben der drei beschreibt, und was es heißt, unter diesen Umständen aufzuwachsen. Unbedingt lesen!

Petra Wächter

Karen Dionne: Die Moortochter. Aus dem amerik. Engl. von Andreas Jäger. 380 Seiten, Goldmann, München 2017 EUR 13,40

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