Toter Miethai und die vier Parkhenkerinnen

Ein hochpolitisch brandaktuelles Thema, das die Autorin Juliane Beer in ihrem neuen Kriminalroman aufgreift: horrend steigende Mieten, Zwangsräumungen, künstliche Verknappung von Wohnraum und räumliche Verdrängung ärmerer Bevölkerungsschichten. Der Schauplatz ist Berlin. Nachdem eine alte Frau mit Anspruch auf Mindestpension aufgrund einer Zwangsräumung an einem Herzinfarkt stirbt, planen vier Frauen aus der bürgerlichen Gesellschaftsschicht eigenständig zu handeln, um ihren Tod zu rächen und den Missstand der Wohnpolitik anonym mit Galgenhumor aufzeigen. Sie hängen die bösen Immobilienmakler nachts kopfüber im Park auf. Ihre Opfer können bislang rechtzeitig gerettet werden und die sogenannten Parkhenkerinnen werden anfangs belächelt. Schließlich passiert der erste Mord nach der geplanten Vorgabe der vier Frauen, die auch in Verdacht dieses Mordes kommen. Aber tragen sie wirklich die Schuld an diesem Mord oder kommt alles ganz anders? Gelingt es dem zuständigen Kommissar, in Zusammenarbeit mit der verdeckten Ermittlerin Bea Wein den Fall zu lösen und was passiert mit den vier Parkhenkerinnen? Die Autorin schreibt spannend mit humorvollem Stil trotz des sehr ernsten Themas, das nicht nur in Berlin aktuell ist, sondern europaweit, wo leistbarer Wohnraum knapp ist. Das Buch ist empfehlenswert zu lesen, für Krimi-Fans, aber auch für jene, die sich ernsthaft mit der aktuellen Wohnpolitik beschäftigen, um die Arbeit der sogenannten Miethaie zu stoppen.

vr

Juliane Beer: Selbst gerächt. 113 Seiten, periplaneta, Berlin 2017 EUR 10,30

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