Kategorie: (Auto)Biografien
Die Meisterin autobiografischer Erzählungen Barbara Honigmann versammelt in ihrem neuen Buch drei unterschiedliche Porträts jüdischer Menschen. Die wohl bewegendste Geschichte ist die über die kommunistische jüdische Intellektuelle Wilhelmine Magidson, kurz Mischka genannt, die die Autorin 1972 in Moskau besucht, um ein Praktikum am avantgardistischen Taganka-Theater in Moskau zu machen. Letzteres...
Wer war Hannah Arendt als Person? Wer sich diese Frage stellt, sollte dieses biografische Werk unbedingt lesen. Es ist dafür kein philosophisches Vorwissen erforderlich. Interpretationen der Hauptwerke und zahlreiche Briefwechsel mit den wichtigsten Menschen im Leben von Hannah Arendt (1906 bis 1975) werden von Grit Straßenberger, Professorin für Politische Theorie,...
Trotz unterschiedlicher Lebenswege eint die drei in diesem Band porträtierten Revolutionärinnen ihre politische Radikalität abseits von bürgerlichen Normen. Ein unermüdlicher Wille zu persönlicher Freiheit ist ihnen ebenso gemein wie Entschlossenheit im Kampf um ein gutes Leben für alle. Die bekannteste der drei ist wohl Emma Goldman (1869 – 1940), die...
Erica Ludolph wurde 101 Jahre alt. Erst am Ende ihres Lebens begann sie Zeugnis abzulegen über ihre widerständigen Taten und Rettungsaktionen während des Nationalsozialismus. Getragen von christlichem Glauben und eingebettet in ein Netzwerk antinazistischer/antifaschistischer Pfarrer der Bekennenden Kirche setzte Ludolph als junge Frau zahlreiche Aktivitäten gegen das NS-Regime: es begann...
Wie kann man sich einer Ideologie anschließen, die die eigene Existenz negiert? Diese Frage nach einer kaum auszuhaltenden Dualität stellt sich nach dem Lesen von Nina Schedlmayers scharfsinniger Biografie über die Künstlerin Stephanie Hollenstein. Eingebettet in den historischen Kontext des Ersten Weltkriegs, über die Zwischenkriegszeit bis zum Nationalsozialismus in Österreich...
Marie Langers Erinnerungen sind Zeugnis eines aufregenden, intensiven, emanzipierten Lebens, eingebettet in die einschneidendsten politischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts. Die deutsche Übersetzung ihrer Memoiren ist schnell verschlungen – packend und berührend zugleich erzählt sie über ihre Jugend in den 20er Jahren in Wien, ihre frühe Politisierung und Militanz in der...
Mit 18 Jahren ist Gerda bereit für den Sprung ins Leben. Sie steht am Bahnhof von Amstetten und wartet auf den Orient-Express, der sie in die französische Hauptstadt bringen wird. Sie fühlt sich frei und folgt ihrem Traum. Ihr Ziel ist es „eine Dame zu werden“. Und dazu gehören ihrer...
1959 ist Nasrin Siege acht Jahre alt. Ihr Vater entscheidet sich, mit der Familie aus dem vom Schah regierten, repressiven Iran nach Deutschland zu gehen, um in einer Demokratie zu leben. Schnell erlernt Nasrin die deutsche Sprache, aber sie spürt auch den ihr entgegengebrachten Rassismus aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes. Mit...
Nach Pussy Riot. Tage des Aufstands (2022) legt Maria Aljochina hiermit ihr zweites Buch vor. Sie schildert darin Erlebnisse aus ihrem politischen Aktivismus in Russland, den sie nach Verbüßen der zweijährigen Haftstrafe, verhängt für das Punk-Gebet von Pussy Riot, ungemindert fortsetzte. Ihre Berichte umspannen v.a. die Zeit von 2014 bis...
Die Filmkritikerin Carrie Rickey hat nun die erste Biografie der 2019 verstorbenen, eindrucksvollen Filmemacherin Agnès Varda verfasst. Allein das Oeuvre von Varda, umfasst ca. 65 Jahre Filmpraxis. Die französische Avantgarde-Künstlerin war zunächst Fotografin, wechselte zum Film und war zuletzt noch Installationskünstlerin. Carrie Rickey beschreibt anhand von Varda, wie schwierig es...