Rautakolmio (Eisernes Dreieck)

In ihrem zwölften Fall wird Maria Kallio mit zwei Leichen konfrontiert, die in Plastik verpackt im Wasser der Schären treiben. Eine nackte Frau in ihren 50ern, die offensichtlich ihrem Äußeren immer viel Aufmerksamkeit gewidmet hatte, und ein Mann, der optisch nicht so ganz zu ihr passt, mit zerstörten Fingerspitzen und einem unkenntlich gemachten Gesicht. Die Frau kann schnell als ehemaliges Model identifiziert werden, die zugleich auch eine Verfechterin des Finnlandschwedischen war, viele Feinde in sozialen Medien und bereits mehrere Morddrohungen erhalten hatte. Außerdem ist sie die Schwägerin eines gefeierten Eishockeyspielers, Mitglied der (in der finnischen Originalversion titelgebenden) „Rautakolmio“. Maria begibt sich mit ihrem Team auf die Suche nach den Mördern und erfährt bald, dass dieser Fall sie auch in Kontakt mit ihrer eigenen Vergangenheit bringt. Davon abgesehen, dass es Lehtolainen ein weiteres Mal gelingt, eine fesselnde Geschichte zu entwickeln, die außergewöhnlich gut übersetzt ist, schließt sie auch an aktuelle emotionsgeladene Debatten an, beispielsweise durch den Bezug zum sogenannten „Zwangsschwedischen“, einem höchst polarisierenden Terminus in der finnischen Politik und an finnischen Frühstückstischen. Obwohl die Geschichte im finnischen Spätsommer spielt, genau das Richtige für einen kalten Winterabend.  Marjo Rauhala

Leena Lehtolainen: Wer ohne Schande ist. Maria Kallio ermittelt. Roman. Übersetzt von Gabriele Schrey-Vasara.
352 Seiten, Kindler, Reinbek bei Hamburg 2014
EUR 20,60

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