Verschlagwortet: Familie

Basteln an der Wirklichkeit

Judith Kuckarts autobiografischer Roman verfolgt innerhalb von zwölf Theaterkantinengesprächen mit einer imaginierten Person, der vormaligen Nachbarin in ihrer Kindheit Eva K., ihre Lebensgeschichte. Die Autorin verarbeitet in einem stream of consciousness Nachrichten und persönlich gelebte Geschichte. Begegnungen mit verschiedensten Familienangehörigen, Freundinnen und Tänzerinnen, mit denen sie auf der Bühne stand,...

Staub des Lebens

„Ganz gleich wer einen Krieg gewinnt, die Menschen verlieren immer.“ NguyÐn Phan Qu㏓ Mai hat sich in ihrem neuen Roman dem Thema der Amerasier:innen nach dem Vietnamkrieg aus verschiedenen Perspektiven zugewendet. Nach cirka zehn Jahren mit hohen menschlichen Verlusten ziehen sich die Truppen der USA Mitte der 1970er Jahre wieder...

Erledigt sein

Flirrende Hitze in Bay Ridge, einem muslimischen Stadtteil von Brooklyn, es ist Ramadan. Die beiden fast erwachsenen Zwillingsschwestern Amira und Lina warten gemeinsam mit ihren ägyptischen Eltern auf die Rückkehr des verlorenen Bruders Sami, der für einige Jahre im Gefängnis war – und plötzlich ist er da. Für die beiden...

Hilfe aus dem Weltall

Der Comicroman handelt von der achtjährigen Lisa. Lisa ist ein ziemlich einsames Kind. Seit ihre Eltern arbeitslos sind, muss Lisa sich alleine um den Haushalt, Rechnungen und sich selbst kümmern. Lisa wünscht sich, endlich erwachsen zu werden und wegziehen zu können. Auf dem Schulweg wird sie immer von den gleichen...

Generationenübergreifende Familiengeheimnisse

Die Psychosoziologin Barbara Couvert beschäftigt sich damit, wie stark Traumata unserer Vorfahren uns sowohl positiv als auch negativ unbewusst beeinflussen können. Bewusst werden Traumata zumeist familiär verschwiegen, da die Angst vor gesellschaftlicher Ächtung groß ist. Das Interessante ist, dass erschütternde Ereignisse eine oder mehrere Generationen später wieder aufleben können. Das...

Der dunkle Fleck

Eva Schörkhuber hat sich einem anspruchsvollen Thema zugewandt, welches wir allzu gern verdrängen, obgleich es uns alle betrifft. Es geht um den Tod, der vielfach Ängste erzeugt. Sie nähert sich dem Thema an, in dem sie zunächst Erlebnisse aus ihrer Kindheit beschreibt, wie schwierig es für sie als Kind zu...

Selbstheilung

„Oh, ein Mädchen mit Vergangenheit!“ bemerkt ein Bursch auf einem Unifest, als Nada ihre Strickjacke ausgezogen hat und die Narben ihrer Selbstverstümmelungen zu sehen sind. Nada, Tochter eines Palästinensers und einer Ägypterin, in Wien geboren und aufgewachsen, kämpft jahrelang gegen die traditionellen muslimisch-arabischen Moralvorstellungen ihrer Eltern an. Ohne viel Erfolg....

Der Mensch ist eine Überlebensmaschine

Auch in Valerie Fritsch drittem Roman geht es um menschliche Verwundbarkeit und psychische Verdrängung. August Drach wächst als Einzelkind mit ambivalenten Erziehungsmethoden auf. Sein selbstherrlicher Vater drückt sein Verhältnis zu seinem Sohn mit körperlicher Gewalt aus. Die Mutter, Lilly Drach, die die Gewaltszenerie beobachtet, tröstet ihn nach den Übergriffen des...

Stabil ist nicht glücklich

Alle haben ihr Packerl im Leben selbst zu tragen, so auch sämtliche Figuren im gleichnamigen Debütroman von Anna Neata. Alexandra und Eva sind Mutter und Tochter, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Unaufgeregt erzählt die Autorin aus deren Leben, von Entscheidungen, die zu treffen und zu verweigern sind, von Männern, die...

Auf der Suche

Der Debütroman von Hannah Oppolzer handelt von einer schwierigen Mutter-Tochter Beziehung. Emma ist 25 Jahre und fühlt sich noch immer von ihrer Mutter abgelehnt. Emmas Mutter ist sich dessen bewusst, dass sie für Emma nicht genügend Liebe aufbringen konnte, da sie für den Schritt, ein Kind in die Welt zu...