Verschlagwortet: Familie

Im Jahr der Schlange

Lai wächst in einem Arbeiterviertel in Peking der 1970er Jahre auf. Mit ihrem kleinen Bruder kann sie wenig anfangen, ihr Vater ist depressiv und ihr gegenüber distanziert, ihre Mutter ist zumeist übergriffig und lästig. Einzig zu ihrer Großmutter Po Po gelingt es ihr, eine innige Beziehung aufzubauen. Ihr schulischer Erfolg...

Radikaler Konstruktivismus

Katie Kitamura versteht auch in ihrem neuen Roman literarisch mit Irritationen zu spielen. Die 49-jährige Ich-Erzählerin, die als Schauspielerin arbeitet, begegnet bei einer Theaterprobe Xavier, einem jungen Mann, der behauptet, ihr Sohn zu sein. Bei einer Verabredung mit ihm in einem Restaurant taucht plötzlich ihr Ehemann Tomas auf. Allerdings vermeidet...

Zerbrechende Familienbanden

Das Romandebüt Zu wenig vom Guten nimmt uns mit in eine ungarische Familie in der Schweiz, die versucht, dort ihren Platz zu finden. Die Ich-Erzählerin ist die jüngere von zwei Schwestern, die sich im Laufe der Zeit immer mehr voneinander entfremden. Der Opa ist bis zu seinem Tod eine wichtige...

Der etwas andere Krimi

Schuldgefühle wechseln mit Hitzewallungen, schlechtes Gewissen mit Selbstschutz, schlaflose Nächte mit Drogendealern, die sie zum Verkauf von Drogen zwingen. Liv ist dreifache Mutter und Küchenplanerin und stolpert in ihr zweites Abenteuer in der Menopause. Der arbeitslose Mann und die drei pubertierenden Kinder sind vom Einkommen der Küchenplanerin abhängig. Liv tut...

Puzzleteile einer nach Freiheit Suchenden

Die bekannte deutsche Schauspielerin Caroline Peters hat einen autofiktionalen Roman über ihr persönliches Verhältnis zu ihrer Mutter Hanna geschrieben. Während und nach der Beerdigung ihres Vaters Bow versucht die Ich-Erzählerin, sich ihrer bereits einige Jahre zuvor verstorbenen Mutter durch Erinnerungen anzunähern. In bruchstückhaften Geschichten ohne verlässliche Zeitleiste rekonstruiert sie Auszüge...

Ein Haushalt – unterschiedliche Leben

In „Halbe Leben“ erzählt Susanne Gregor von einer Zweckwohngemeinschaft aus dem Blickwinkel von drei Frauen: dem der beruflich erfolgreichen Architektin Klara, die mit ihrem Mann und ihrer Tochter Ada in einem Haus in Oberösterreich wohnt; aus dem ihrer Mutter Irene, die nach einem Schlaganfall bei ihnen einzieht und Unterstützung benötigt...

Zwischenwelten

Isor ist ein wildes Kind. Sie tobt, ist wütend und reißt oft aus. Nicht selten bringt sie ihre Eltern zur Verzweiflung. Dennoch verfügt Isor über einige erstaunliche Talente, so kann sie etwa auf lautmalerische Art fremde Sprachen imitieren. Die Mutter erkennt die außergewöhnlichen Fähigkeiten des Kindes. Sie weiß, dass Isor...

Wenig Rettung

Die japanische Autorin Rin Usami beschreibt in ihrem zweiten Roman die verstörenden Familienverhältnisse einer depressiven jungen Frau. Kanko kann sich nur an eine Umarmung ihrer Eltern erinnern. Ihre Mutter hat nach einem Schlaganfall eine Wesensveränderung erfahren, wodurch sie launisch und alkoholabhängig geworden ist. Der Vater ist jähzornig und in Konfliktsituationen...

Immer gut für eine Überraschung

Monika Helfer hat es geschafft, in sechzehn Szenen ein großes Spektrum an Familiengeschehen zu beschreiben. In einfachen, prägnanten Sätzen lässt sie die Leser*innen teilhaben an den beschriebenen Szenen. Wir sehen nicht erwartete Wendungen, Entscheidungen, Liebe, aber auch Gleichgültigkeit. Vier Wege, eine Familie zu gründen, vier Wege, die Familie zu verlassen,...

Verlieren und Finden

Gleich zu Beginn des Buches erfährt die Erzählerin vom Tod des Vaters. Obwohl die beiden jahrelang keinen Kontakt hatten, trifft sie diese Nachricht so hart „wie eine blauschwarze Wand “. Nun muss sie seine Wohnung räumen und die Beerdigung organisieren. Das Ordnen der Hinterlassenschaft wird zu einer Inventur ihres eigenen...