Vina in Vienna: Kimchi forever!

Vina Yuns zweiteiliger Comic „Homestories – Koreanische Diaspora in Wien“, der auch nur gemeinsam erworben werden kann, ist dieses Jahr erschienen. In Teil Eins ist das Verweben der mündlichen Geschichten ihrer Mutter mit denen anderer Frauen, die in einem ähnlichen Zeitraum aus Südkorea nach Europa gekommen waren, zentral. „Gastarbeiterinnen“ sollten sie sein und den krankenden Pflegesystemen auf die Sprünge helfen. Vinas Mutter, Jee-Soo Yun, landete in Wien. In eindrücklichen, lustigen, traurigen Bildern und Texten begleiten die Leser_innen sie und andere Frauenfiguren erst in Seoul und dann durch die ersten Jahre im Wien der 1970er Jahre. Das Weggehen, Heimweh, Verbundenheit mit anderen Ilsae – Koreaner_innen der ersten Generation –, Diskriminierung, aber auch das zunehmende Einleben und Zurechtfinden in Wien sind die großen Themen.

Im zweiten Comic sind Vinas Geschichten vom Aufwachsen in Wien verarbeitet. Kurze Episoden aus der frühen Kindheit bis ins junge Erwachsenenalter erlauben Einblicke in ihre Gedankenwelt zu prägenden Themen: Die Liebe zu Frauen*, Geschichten und Büchern, zu (koreanischem) Essen, zu Musik und zur Familie, aber auch das durchgehende Gefühl des Ausgegrenztwerdens werden thematisiert. Es sind hinreißende Episoden, die teilweise schmerzhafte Erfahrungen mit trockenem Humor verbildlichen.

Vinas Comics sind wichtig: Als Dokumentation zur koreanischen Diaspora in Wien, aber auch für „Kinder“ der zweiten Generation – den Ilsae –, und anderen, die sich im Aufwachsen mit ihren Ausgrenzungserfahrungen viel zu oft alleine fühl(t)en.

jay eyeye

Vina Yun: Homestories – Koreanische Diaspora in Wien. Band 1: Seoul – Wien. Mit Zeichnungen von Tine Fetz. Bd. 2: Zweite Generation in Wien. Mit Zeichnungen von Patu & Mosthari Hilal. 38 und 35 Seiten, Eigenverlag, Wien 2017 EUR 20,00 (beide Bände)

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