Rausch statt Realität
Wenn ich beim Lesen würgen muss (S. 166f), dann trifft mich ein Buch auf eine spezielle Weise. Bis dahin entwickelt sich Es war nicht anders möglich zu einem einzigen langen Rauschzustand. Alles beginnt damit, dass Martinas Vater stirbt, sie ihr Arbeitslosengeld verliert und nahezu rund um die Uhr trinkt, um den Emotionen zu entkommen. In einer SMS an ihren toten Vater nennt sie es: „Flucht in den Rausch“. Svenja Liesau entwirft eine Protagonistin, die aus der Situation heraus handelt, keinerlei Sympathie bei mir als Leserin weckt und mich in vielen Szenen verstört zurücklässt. Verspricht der Klappentext einen radikalen, komischen, tieftraurigen, immer wieder überraschenden Roman, so kann ich nur letzteres bestätigen.
Pepe
Svenja Liesau: Es war nicht anders möglich. 238 Seiten, Rowohlt, Berlin 2026 EUR 24,70
