Changing the rules of the game?

Sage und schreibe 39 Beiträge auf 247 Seiten umfasst der Sammelband zu antisexistischen Interventionen im deutschsprachigen Raum. Vielfältige Herangehensweisen kennzeichnen die Texte, die überwiegend, aber nicht ausschließlich aus bundesdeutscher Praxis und Feder stammen. Der Bogen ist extrem weit gespannt. Awareness-Beauftragte und Reflexionsplena in linken Partyräumen werden dargestellt. Künstlerinnen, die subversive Überschreitungen von Geschlechternormen ernst oder humorvoll ausagieren, wird Raum gegeben. Das Frauenbild im Hiphop und feministische Rapperinnen sind ebenso Thema wie Geschlechterverhältnisse im Punk und Hardcore. Konzert-Booking-Agenturen, die Musikerinnen promoten und so versuchen, die Geschlechterverhältnisse im extrem männlich dominierten Musikgeschäft zu verschieben, werden genauso vorgestellt wie Clubs mit all female dj lineups Abenden. Aber auch die „Rote Zora“ sowie Internationalismus finden Platz und Einblicke in die Geschichte der Fantifa werden gegeben. (Generationen)Konflikte bzw. Differenzen innerhalb des (Queer)Feminismus dürfen auch nicht fehlen. Den doch eher lustvollen Assoziationen mit dem Begriff „play“ werden die Beiträge in äußerst unterschiedlichem Ausmaß gerecht. Zur Auflockerung finden sich jedoch zwischen längeren Texten einseitige Kurzinterviews. Zudem kann der breit gefächerte Überblick auch selektiv gelesen werden. Kurzweilige Lektüre – in individueller Reihenfolge zu genießen!

Renate Nahar

Play Gender. Linke Praxis – Feminismus – Kulturarbeit. Hg. von Fiona Sara Schmidt, Torsten Nagel und Jonas Engelmann. 246 Seiten, Ventilverlag, Mainz 2016 EUR 18,60

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