Gummiringerln als Familienmitglieder

Das Kinderbuch „Gummiband-Familien – Rubberband Families“ will den Begriff Familie als facettenreich, bunt und sehr dehnbar zeigen. Auf jeder Seite des Buches schildert eine Ich-Figur jeweils auf Englisch und Deutsch kurz etwas Persönliches zu ihrer Familie: „Ich bin bei meinen Großeltern aufgewachsen“ oder „Das sind meine geliebten Tanten, die hier gerade spirituell von ihrem Kind Abschied nehmen“.

Das Konzept des Aufzeigens, was alles Familie sein kann, und des Öffnens des in vielen Köpfen immer noch eher traditionell geprägten Begriffes geht für die Zielgruppe von Vorlesekindern zwischen vier und sechs Jahren leider nicht auf. Es fehlt an Tiefe und Erzählung. Es werden zu viele unterschiedliche Bilder skizziert. Einzeln wären sie alle interessant genug, um daraus eigene Geschichten zu entwickeln. Kinder in diesem Alter wollen wissen, was das Besondere an den ProtagonistInnen in den Büchern ist, wie es ihnen geht und wie sie gestärkt ihren Alltag bewältigen. Zu diesen Fragen liefert „Gummiband-Familien – Rubberband Families“ leider keine Antworten. Wohl sollten das die VorleserInnen ergänzen, dazu sind es aber zu viele verschiedene Familienkonstellationen und der Wortschatz bzw. der Umgang mit geschlechtergerechter Sprache ist sehr erwachsenenlastig. Schade, denn die grafische Umsetzung ist gut gelungen. Die einzelnen Familienmitglieder sind mit Hilfe von Gummiringerln sehr kreativ und witzig gestaltet. Auch die Idee, dass Kinder auf vier Seiten ihre Familie in diesem Stil zeichnen können, ist gut.

Iris Hoheneder

WoMANtis RANDom: Gummiband-Familien – Rubberband Families. 64 Seiten, w_orten & meer, Berlin 2016 EUR 18

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