Jane Austen & wir

Jede/r von uns hat ihre/seine ganz persönliche Jane Austen, beginnt Karen Joy Fowler ihren Roman Der Jane Austen Club – die romantische, die witzig/ironische, die kühl beobachtende, die politische … Für Virginia Woolf ist sie „the most perfect artist among women“ und „one of the most consistent satirists in whole of literature“. Janine Barchas, Professorin an der University of Texas in Austin, hat mehrere Bücher über Jane Austen veröffentlicht und zum vorjährigen 250. Geburtstag am 16. Dezember gemeinsam mit der Londoner Illustratorin Isabel Greenberg eine Graphic Novel mit Jane Austen als Romanheldin. Wir wissen nicht allzu viel über ihr Leben, ihre ältere Schwester Cassandra hat von geschätzten 3000 Briefen nur 160 nicht verbrannt. Mit einem der frühesten erhaltenen Briefe beginnt dieser biografische Roman, einem Bericht an ihre Schwester über den Besuch der Londoner Shakespeare Gallery mit ihrem Bruder. Auch das hat Barchas in ihrem digitalen Projekt What Jane Saw bebildert. Bisherige Biografien bewegten sich zwischen Forschung und Spekulation, schreibt sie im Vorwort – diese zeichne jedoch im beigefügten Glossar die Angaben aus Brief – wie Romanstellen von Austen als „Faktenspur“ nach und liefert damit nachvollziehbar Informatives über Jane Austen als „aufstrebende Autorin”, „erfolglose Künstlerin” und zuletzt „veröffentlichte Autorin” (so die Titel der drei großen Lebensabschnittskapitel), die zu Lebzeiten anonym blieb, indem sie ihre Autorinnenschaft mit „by a lady“ angab und ganze „250 Pfund erschrieb“.
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Janine Barchas, Isabel Greenberg: Jane Austen. Ihr Leben als Graphic Novel. Aus dem Engl. von Eva Bonné. 144 Seiten, Penguin, München 2025 EUR 25,70