Kategorie: Feministische Theorie, Gender, Queer Studies

Queer-feministische Ontoepistemologie

Begriffspersonen wie Sister, Cyborg oder New Mestiza durchziehen die feministische, queer-feministische und postkoloniale Theorie. Sie sind Sinn- und Vorbild für Solidarität unter Frauen, für das Nicht-Normative und Widerständige, für lange verworfene und gesellschaftlich ignorierte, ausgeblendete und verdrängte Subjektpositionen und Existenzweisen. Sie vermitteln Wissen, bündeln Erfahrungen und evozieren Emotionen und Affekte....

Wissen: kritisch-feministisch verortet

Die auf Mendels Dissertation beruhende Publikation ist ein mehr als lesenswertes, inspirierendes und anregendes Buch für alle, die sich für Fragen kritisch-feministischer Wissensproduktion interessieren. Mendel fragt in WiderStandPunkte nach Möglichkeiten und Grenzen emanzipatorischer Wissensproduktion. Als Antwort entwickelt sie eine kritische Sozialwissenschaft vom „Standpunkt des Alltags“, die sie schließlich zu ihrer...

Formen und Funktion von Antifeminismen

Sehr empfehlenswert ist die Lektüre dieser von Sabine Hark und Paula-Irene Villa zusammengestellten 13 Aufsätze, in denen die unterschiedlichen Räume, Akteur_innen und Begrifflichkeiten von Antifeminismen analysiert werden, die als „Antigenderismus“ zunehmend Gehör in Mainstreamöffentlichkeiten finden. So steht Wissenschaftlichkeit offenbar grundsätzlich zur Debatte in den Polemiken gegen Gender Studies; die Begrenzung...

„Colonialism only has one line—destroy“ 

Kolonialismus und Versklavung sind die Kehrseite eines weißen Humanismus, so die Einleitung zu dem englischsprachigen Sammelband, der sich in vier Abschnitten den erkenntnistheoretischen Auswirkungen postkolonialer, dekolonialer und Schwarzer Kritik auf das gesellschaftspolitische, kulturelle und philosophische Erbe der Moderne widmet. Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der drei titelgebenden Ansätze zeichnet Walter Mignolo...

Kapitalismuskritik feministisch gelesen 

Die Autor*innen werden sowohl den verschiedenen theoretischen Ansätzen als auch der großen Bandbreite feministischer Kapitalismuskritik gerecht. Sie geben einen Überblick über das umfangreiche Forschungsgebiet und benennen die zentralen Gemeinsamkeiten. Sie setzen sich mit folgenden Themen auseinander: Unterordnung der Reproduktion, kapitalistische Herrschaftszusammenhänge, Arbeits- und Geschlechterarrangements und kapitalismuskritische Männerforschung sowie mit Fragen...

Anerkennungsprozesse

Im Mittelpunkt des Buches steht die Frage, wie Anerkennungspraktiken in beruflichen und außerberuflichen Kontexten je nach Geschlechtszugehörigkeit zur Geltung kommen. In präzisier Begriffsarbeit bereitet die Autorin das theoretische Fundament auf, indem sie den moralphilosophischen Ansatz von Axel Honneth zur „Anerkennung“ um die Perspektive des Doing Gender-Ansatzes erweitert. Darüber hinaus greift...

Posthumanwerden 

Rosi Braidottis 2013 erschienenes Buch „The Posthuman“ liegt nun im Campus Verlag erstmals auch auf Deutsch vor. Braidotti plädiert darin für einen Paradigmenwechsel in der Gesellschaftstheorie. Kritik muss wieder auf politischen Aktivismus zurückbezogen werden. Im Sinne einer posthumanen Humanität soll sich eine zeitgemäße Gesellschaftstheorie der Frage widmen, wie wir angesichts...

Inspirationen zur Intersektionalität  

Intersektionale Perspektiven verstehen soziale Kategorien als multidimensional und heterogen, sie problematisieren oft die Fassung mehrdimensionaler und verschränkter sozialer Konstellationen in eindimensionalen Begriffen. Dies bringt in empirischen Untersuchungen eine Komplexitätssteigerung mit sich, die Forscher_innen vor vielfältige Herausforderungen stellt, wenn sie systematisch eindimensionale bzw. additive Konzeptualisierungen sozialer Kategorien überwinden und das komplexe...

Geschlecht ist (immer noch) politisch! 

In antifeministischen Zeiten wie diesen, die vielerorts den Medien-, Institutionen- und Wissenschaftsalltag prägen, kommt Clarissa Rudolphs explizit feministische Einführung in die „Geschlechterverhältnisse in der Politik“ gerade recht. „(P)olitisches Ziel“ ist zugleich das Sichtbarmachen von „Geschlecht in allen gesellschaftlichen Strukturen und Machtverhältnissen“ und die „Beendigung ungleicher Geschlechterverhältnisse“. Rudolph nimmt sich dieses...

Kollektivitätsverständnis revisited

Der Band sucht einen Blickwechsel, weg vom „Kollektivitätsverständnis im Sinne einer weitgehend homogenen Solidar- und Interessengemeinschaft“ und stellt folgende Fragen: „Inwiefern lässt sich das Eingewobensein in soziale Bezüge in einem stärkeren Sinn als Form kollektiver Bindung verstehen? In welchem Verhältnis stehen derartige Kollektivitätsverständnisse zu jenen, die in der feministischen Intersektionalitätsdiskussion...