Kategorie: Feministische Theorie, Gender, Queer Studies

Interdisziplinäre Männlichkeitsforschung

Wie strittig und politisiert die Entessentialisierung von Geschlecht bzw. Männlichkeiten und Weiblichkeiten nach wie vor ist, zeigt das vorliegende Handbuch in großer Breite auf: Es beginnt nach der Feststellung über die identitätskonstituierende Relevanz von Sprache mit dem Hinweis, dass der Verlag ein generisches Maskulinum in den Texten vorgab. Kampfplätze allerorts...

Neu übersetzte „Masculinities“

1995 hat Raewyn Connell mit ihrer Publikation „Masculinities“ einen umfangreichen Schlüsseltext der Männlichkeitsforschung vorgelegt, der nun in einer vierten deutschen Auflage erschienen ist. Im Unterschied zu den vorangegangenen deutschen Ausgaben ist diese nun eine Übersetzung der zweiten englischen Ausgabe von 2005 und inkludiert auch Raewyns damaliges Vorwort, das bereits ein...

Diversität politisch gedacht

Dieser Sammelband beinhaltet viele Antworten für all jene, die berechtigte Sorgen haben, dass Diversität ein profitorientiertes, antifeministisches Konzept sei, das in entpolitisierter Weise aus den USA nach Europa importiert worden sei: So wird in den 13 pointierten, knapp 20-seitigen Texten bekannter Diversitätsforschender im deutschspachigen Raum die häufig fehlende Kategorie „soziale...

Aktuelles zu Inter* und Trans*

Der Sammelband zu Inter* und Trans* Identitäten ist Ergebnis einer interdisziplinären Klausurwoche 2014 an der Martin-Luther Universität in Halle-Wittenberg. Ein Anlass für diese Klausurwoche war die viel beachtete Stellungnahme des Deutschen Ethikrates zu Inter* im Jahr 2012, in der z.B. die Erweiterung der Geschlechterkategorien empfohlen wurde (Mann, Frau, „Anders“). Forscher_innen,...

Queer-feministische Ontoepistemologie

Begriffspersonen wie Sister, Cyborg oder New Mestiza durchziehen die feministische, queer-feministische und postkoloniale Theorie. Sie sind Sinn- und Vorbild für Solidarität unter Frauen, für das Nicht-Normative und Widerständige, für lange verworfene und gesellschaftlich ignorierte, ausgeblendete und verdrängte Subjektpositionen und Existenzweisen. Sie vermitteln Wissen, bündeln Erfahrungen und evozieren Emotionen und Affekte....

Wissen: kritisch-feministisch verortet

Die auf Mendels Dissertation beruhende Publikation ist ein mehr als lesenswertes, inspirierendes und anregendes Buch für alle, die sich für Fragen kritisch-feministischer Wissensproduktion interessieren. Mendel fragt in WiderStandPunkte nach Möglichkeiten und Grenzen emanzipatorischer Wissensproduktion. Als Antwort entwickelt sie eine kritische Sozialwissenschaft vom „Standpunkt des Alltags“, die sie schließlich zu ihrer...

Formen und Funktion von Antifeminismen

Sehr empfehlenswert ist die Lektüre dieser von Sabine Hark und Paula-Irene Villa zusammengestellten 13 Aufsätze, in denen die unterschiedlichen Räume, Akteur_innen und Begrifflichkeiten von Antifeminismen analysiert werden, die als „Antigenderismus“ zunehmend Gehör in Mainstreamöffentlichkeiten finden. So steht Wissenschaftlichkeit offenbar grundsätzlich zur Debatte in den Polemiken gegen Gender Studies; die Begrenzung...

„Colonialism only has one line—destroy“ 

Kolonialismus und Versklavung sind die Kehrseite eines weißen Humanismus, so die Einleitung zu dem englischsprachigen Sammelband, der sich in vier Abschnitten den erkenntnistheoretischen Auswirkungen postkolonialer, dekolonialer und Schwarzer Kritik auf das gesellschaftspolitische, kulturelle und philosophische Erbe der Moderne widmet. Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der drei titelgebenden Ansätze zeichnet Walter Mignolo...

Kapitalismuskritik feministisch gelesen 

Die Autor*innen werden sowohl den verschiedenen theoretischen Ansätzen als auch der großen Bandbreite feministischer Kapitalismuskritik gerecht. Sie geben einen Überblick über das umfangreiche Forschungsgebiet und benennen die zentralen Gemeinsamkeiten. Sie setzen sich mit folgenden Themen auseinander: Unterordnung der Reproduktion, kapitalistische Herrschaftszusammenhänge, Arbeits- und Geschlechterarrangements und kapitalismuskritische Männerforschung sowie mit Fragen...

Anerkennungsprozesse

Im Mittelpunkt des Buches steht die Frage, wie Anerkennungspraktiken in beruflichen und außerberuflichen Kontexten je nach Geschlechtszugehörigkeit zur Geltung kommen. In präzisier Begriffsarbeit bereitet die Autorin das theoretische Fundament auf, indem sie den moralphilosophischen Ansatz von Axel Honneth zur „Anerkennung“ um die Perspektive des Doing Gender-Ansatzes erweitert. Darüber hinaus greift...