Mutter, Töchter, Enkelin

Mira Magén erzählt von Hannah Jona, die mit ihrer rumänischen Pflegerin Johanna, ihren drei erwachsenen Töchtern Orna, Jardena und Simona und ihrer Enkelin Dana in ihrem Haus in einem heruntergekommenen Teil von Jerusalem lebt. Hannah Jona ist 77 Jahre alt und will das Leben noch einmal

genießen. Sie färbt sich die Haare schwarz, kauft sich knallbuntes Gewand und geht aus. Das muss sie aber im Geheimen tun, aus Angst, dass ihr sonst die Unterstützungs¬zahlung für ihre Pflegerin gestrichen wird. Das wäre auch für Johanna ein Problem, da sie mit ihrem Gehalt ihre Familie in den Karpaten unterstützt. Um die Geldsorgen einzudämmen, nimmt sie den jungen Rafi als Untermieter auf. Der hat aber eine eigene Agenda – er arbeitet für einen Immobilienhai, der ein Auge auf Hannahs Haus geworfen hat. Die Töchter und die Enkelin haben ebenfalls ihre eigenen Sorgen und müssen sich in ihrem Leben neu einrichten. Ein schöner Roman, der die Wichtigkeit aufzeigt, den eigenen Weg sehen zu lernen und ihn dann aber auch wirklich zu gehen.

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Mira Magén: Zu blaue Augen. Aus dem Hebr. von Anne Birkenhauer. 380 Seiten, dtv, München 2017 EUR 21,60

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