Neu übersetzte „Masculinities“

1995 hat Raewyn Connell mit ihrer Publikation „Masculinities“ einen umfangreichen Schlüsseltext der Männlichkeitsforschung vorgelegt, der nun in einer vierten deutschen Auflage erschienen ist. Im Unterschied zu den vorangegangenen deutschen Ausgaben ist diese nun eine Übersetzung der zweiten englischen Ausgabe von 2005 und inkludiert auch Raewyns damaliges Vorwort, das bereits ein erster Rück- und Ausblick auf Entwicklungen der Männlichkeitsforschungen, aber auch der Männlichkeiten im Neoliberalismus enthält. Michael Meuser und Ursula Müller haben diesem jetzt erschienen deutschen Buch ein Vorwort vorangestellt, in dem übersichtlich Rezeptionsgeschichte dieses Grundlagentextes dargestellt und in einen Zusammenhang mit weiteren Arbeiten zum Themenbereich gebracht wird. Sie schließen mit Connells Aufforderung zur gesellschaftstheoretischen Verantwortung von Wissenschaft bzw. der Soziologie, um Konzepte wie „hegemoniale Männlichkeit“ oder „patricharchale Dividende“ auch in aktuelle geschlechterpolitische Debatten kritisch einzusetzen. Interessant sind weiters die kurzen Hinweise Connells auf ihre jüngsten Forschungen über global agierende Unternehmensmanager und dekoloniale Perspektiven auf Männlichkeiten. Ein umfassendes Literaturverzeichnis sowie ein Namens- und Sachregister machen diesen Band zu einer nützlichen Quelle und Arbeitsgrundlage für weitere Forschungen und wohl auch Kritiken – ganz im Sinne der Autor_in. meikel

Raewyn Connell: Der gemachte Mann. Konstruktion und Krise von Männlichkeiten. 403 Seiten, Springer VS, 4. durchgesehene erweiterte Auflage, Wiesbaden 2015   EUR3 41,11

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