Verschlagwortet: Familie

Im Zwiegespräch

Auch in ihrem dritten Roman behandelt die Autorin Kaśka Bryla vielschichtige Themen. Die auf einem Wagenplatz bei Leipzig wohnende lesbische Ich-Erzählerin ist am Beginn der Corona-Pandemie 2020 schwer am Virus erkrankt. Nachdem strenge Quarantäneregeln am Wagenplatz so wie an allen Orten herrschen, ist sie zumeist auf sich allein angewiesen. Zwecks...

Welches Massaker?

Lara Haworths Debütroman Das Abschiedsmahl spielt in Belgrad, wo Olga Pavić die Nachricht erhält, dass ihr Wohnhaus beschlagnahmt werden soll, um dort eine Gedenkstätte zu errichten. Es soll an das Massaker erinnert werden – nur welches Massaker das sein soll, weiß niemand so genau. Olga beschließt, ihre nicht mehr in...

Den Schmerz im Familienkörper finden

Im Debütroman Familienkörper beschäftigt sich Michèle Yves Pauty mit familiären Beziehungen, Krankheit und Körperlichkeit. Dabei wird die Erfahrungswelt des literarischen Ich, dessen Aufwachsen im Tirol der 1980er Jahre den Rahmen des Romans bildet, überzeugend beschrieben. In einer klaren Sprache wechselt Pauty in kurzen Absätzen zwischen der Perspektive des Ich und...

Bewegte österreichische Familiengeschichte

Zwei Bauernhöfe hoch oben an einem Berg in Österreich bilden den Kosmos, in den Gabi Kreslehner ihre Leser:innen mit Wer wir geworden sind tief eintauchen lässt. Schicksalsschläge und die Wirren von zwei Weltkriegen führen dazu, dass es vor allem Frauen sind, die hier alles zusammenhalten, die Familien ebenso wie die...

Eine einfache Geschichte

Das Leben der pensionierten Altenpflegerin Rosa ist überschaubar: Frühstückskaffee und Zigarette auf dem Balkon mit Blick auf den See und die Berge, dann eine Runde mit dem Hund, am Abend regelmäßige Besuche von Fred, ihrem verheirateten Liebhaber. Als dieser unerwartet stirbt, hinterlässt er ihr einen Campingbus und den Wunsch nach...

Im Jahr der Schlange

Lai wächst in einem Arbeiterviertel in Peking der 1970er Jahre auf. Mit ihrem kleinen Bruder kann sie wenig anfangen, ihr Vater ist depressiv und ihr gegenüber distanziert, ihre Mutter ist zumeist übergriffig und lästig. Einzig zu ihrer Großmutter Po Po gelingt es ihr, eine innige Beziehung aufzubauen. Ihr schulischer Erfolg...

Radikaler Konstruktivismus

Katie Kitamura versteht auch in ihrem neuen Roman literarisch mit Irritationen zu spielen. Die 49-jährige Ich-Erzählerin, die als Schauspielerin arbeitet, begegnet bei einer Theaterprobe Xavier, einem jungen Mann, der behauptet, ihr Sohn zu sein. Bei einer Verabredung mit ihm in einem Restaurant taucht plötzlich ihr Ehemann Tomas auf. Allerdings vermeidet...

Zerbrechende Familienbanden

Das Romandebüt Zu wenig vom Guten nimmt uns mit in eine ungarische Familie in der Schweiz, die versucht, dort ihren Platz zu finden. Die Ich-Erzählerin ist die jüngere von zwei Schwestern, die sich im Laufe der Zeit immer mehr voneinander entfremden. Der Opa ist bis zu seinem Tod eine wichtige...

Der etwas andere Krimi

Schuldgefühle wechseln mit Hitzewallungen, schlechtes Gewissen mit Selbstschutz, schlaflose Nächte mit Drogendealern, die sie zum Verkauf von Drogen zwingen. Liv ist dreifache Mutter und Küchenplanerin und stolpert in ihr zweites Abenteuer in der Menopause. Der arbeitslose Mann und die drei pubertierenden Kinder sind vom Einkommen der Küchenplanerin abhängig. Liv tut...

Puzzleteile einer nach Freiheit Suchenden

Die bekannte deutsche Schauspielerin Caroline Peters hat einen autofiktionalen Roman über ihr persönliches Verhältnis zu ihrer Mutter Hanna geschrieben. Während und nach der Beerdigung ihres Vaters Bow versucht die Ich-Erzählerin, sich ihrer bereits einige Jahre zuvor verstorbenen Mutter durch Erinnerungen anzunähern. In bruchstückhaften Geschichten ohne verlässliche Zeitleiste rekonstruiert sie Auszüge...