Katharina L I N N E P E, ausgebildete feministische Coachin, hat das jedenfalls als Gedankenexperiment in „ihrem frühkindlich-anarchistischen Oberstübchen“ durchgespielt. Sie hat sich gefragt, was wäre, wenn nicht WIR, sondern das Patriarchat als Verursacher unserer tagtäglichen Probleme in Therapie ginge? „Ein System, dessen Spuren wir versuchen, an unseren geschundenen Seelen wieder abzuarbeiten, auf Kasse oder...
Nach ihrer viel beachteten Autobiografie weiter leben. Eine Jugend (1992) wurde Ruth Klüger (1931-2020) auch als Literaturwissenschaftlerin, Kritikerin, Germanistin und Hochschullehrerin bekannt. Nun liegt ihr Essay-Band aus 1996 Frauen lesen anders als Neuausgabe vor – ergänzt um den Text Das muss ein Mann mir sagen: Kleists Frauenbild (2004). Der titelgebende...
In ihrem sehr persönlichen Text setzt sich Barbara Peveling mit den geschlechtsspezifischen Gewalterfahrungen in ihrem Leben auseinander. Sie erzählt von der Gewaltspirale in ihrer Ehe und von ihren Erfahrungen als Kind eines gewalttätigen Vaters, der sich schließlich selbst erschoss. Die Stigmatisierung der Familie sowie der Umgang von Mutter und Großmutter...
Margit Schreiner beschreibt in ihrem Roman die frühe kindliche Entwicklung, inklusive vorgeburtlicher Erlebnisse: Erzählungen aus der ‚vorsprachlichen’ Zeit werden mit ersten Eindrücken, sinnlichen Wahrnehmungen und mit Schmerzerfahrungen verbunden. Interessant ist – und das ist etwas Besonders –, dass das Kleinkind bereits lesen kann, bevor es mit zwei Jahren Gehen lernt...
Kein Femi(ni)zid bleibt unbeantwortet, lautet die Kampfansage der feministischen Vernetzung Claim the Space in Wien. Öffentliche Auseinandersetzung mit patriarchaler Gewalt und den tödlichen Folgen wird gefordert. Als Teil dieses Netzwerks reflektieren und berichten Judith Goetz, Cari Maier, Kyra Schmied und Marcela Torres Heredia über die Politisierung der Ermordung von Frauen...
Was wir alles verlernen müssen, um patriarchale Strukturen aufzulösen, war die Einstiegsfrage, aus der sich diese wunderbar abwechslungsreiche, tiefsinnige und kritische Publikation ergeben hat. Die Autorinnen entwickeln in 15 Kapiteln jeweils einen für sie besonders markanten Aspekt. Stellvertretend seien hier genannt: „unlearn rassismus“ – das verlangen Olaolu Fajembola und Tebogo...
Judith Goetz, Lydia Haider und Marina Weitgasser setzen sich in Du Herbert mit männlichen Gewalttaten und in Folge daraus männlicher Gewalt auseinander. Ein Jahr lang wurden von Marina Weitgasser die Taten gesammelt, die auf der Startseite von orf.at zu sehen waren – sozusagen an der Spitze des Eisbergs. Lydia Haider...
Mit ihrem auf Englisch bereits 2004 erschienenen Buch „Männer, Männlichkeit und die Liebe“ behandelt bell hooks den Zusammenhang von patriarchaler Sozialisation und den Beziehungen von Männern zu anderen und sich selbst. Teils autobiografisch geschrieben analysiert sie den Charakter einer patriarchalen Dominanzkultur und deren Auswirkungen auf unsere Fähigkeit zu lieben und...
Dieser aus dem Französischen lebendig ins Deutsche übersetzte Roman war eigentlich als Theaterstück gedacht. Er schwankt zwischen depressiv und explosiv und ist streckenweise auch satirisch bis ironisch witzig. Es geht um eine Vorarbeiterin und Gewerkschafterin und gleichzeitig absolute Vertraute des Chefs. Sie wurde von ihrem Mann verlassen und irgendwie ist...
Sanft. Süß. Zart. Diese Attribute werden Frauen – ja, auch Feministinnen – nicht nur zu- und vorgeschrieben, sondern teilweise auch von ihnen selbst internalisiert. Wie kommt es, dass Frauen in Zeiten eines salonfähigen und weitverbreiteten Feminismus immer noch die Aufgabe zukommt, als Zuckerguss auf dem von Männern dominierten Alltag zu...