Unsere rothaarigen Verwandten im Wald 

Signe Preuschoft hat ihr Leben als Forscherin und Tierschützerin ganz der Arbeit mit Orang-Utans gewidmet. In ihrem Buch schildert sie eindringlich die Zusammenhänge vom Bestehen großer, von Menschen unbeeinträchtigter Urwaldflächen und dem Leben der vom Aussterben bedrohten Menschenaffen. Sie hat Affen-Waisenkinder in eigens errichteten „Schulen“ in Borneo großgezogen und innige Beziehungen zu ihren „wilden Kindern“ geknüpft. Sie beschreibt ihre Beobachtungen zu Rangfolgen, kooperativem Verhalten und klar erkennbarer Emotionalität, die eindeutig dafür sprechen, weitere Steine aus der Mauer zwischen Mensch und Tier abzubauen, gerade was das Recht auf Lebensraum und Anerkennung als Individuum betrifft. Die Autorin prägt Ideen wie „Waldkompetenz“, gibt Einblicke in (häufig nicht befolgte) rechtliche Regelungen zum Artenschutz und schildert viele aufregende Situationen aus ihrem Leben. An Mädchen richtet sie die ermutigende Aufforderung, ihren Traum zu leben und sich nicht mit Rollenzuschreibungen aufzuhalten (weswegen sie auf „Gendern“ im Text verzichtet). „Der Wind wird Euch ordentlich ins Gesicht blasen, da könnt ihr sicher sein. Aber Ihr könnt das.“

Susa

Signe Preuschoft: Meine wilden Kinder. Ein Leben für die letzten Orang-Utans. 24 Seiten, Christian Brandstätter Verlag, Wien 2017 EUR 19,90

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