Büchernärrinnen

Ein schön gestaltetes Buch über Frauen, die Bücher lieben, ist sehr anziehend für eine Frau, die Bücher liebt. Und so landete der Band „Büchernärrinnen“, herausgegeben von zwei bücherliebenden Verlegerinnen, auf meinem Nachttisch. In kleinen Happen werden darin 13 Porträts bekannter und noch weniger bekannter „mit dem Büchervirus infizierter Frauen“ serviert. Die Porträts, alle von unterschiedlichen Autorinnen verfasst, sind mal Kurzbiographien, mal Bruchstücke von Lebensschilderungen. Ins Paris des frühen 20. Jahrhunderts reisen wir zu den Buchhändlerinnen Adrienne Monnier und Sylvia Beach, während zur gleichen Zeit in New York Madge Jenison und Mary Mowbray-Clarke ihre Buchhandlung gründen. In Chicago gründet Margaret Carolin Anderson eine Literaturzeitschrift. Die Engländerin Nancy Cunard, im Gegensatz zu allen anderen genannten mit reichlich Geld in der Tasche, gründet einen Verlag und später eine Buchhandlung in Frankreich. Und so treiben wir weiter auch durch die Zeiten und lernen neue Seiten von Virginia Woolf, Caroline Schlegel-Schelling, den Schwestern Brontë oder Tania Blixen kennen. Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass nicht alle Porträts gleich stimmig rüberkommen, aber dann kann eine ja weiterblättern und von Büchern träumen. ESt
Büchernärrinnen. Hg. von Brigitte Ebersbach Sascha Nicoletta Simon. 120 Seiten, ebersbach & simon, Berlin 2015  EUR 25,70

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