Düstere Jagd

Der ehemalige Politiker Ingemar Lerberg wird dem Tode nahe, schwer gefoltert aufgefunden. Der Hund liegt tot im Flur. Nina Hoffmann, die ehemalige Polizistin und jetzt Profilerin durch jahrelange Weiterbildung beginnt ihren Dienst bei der Kripo. Annika Bengtzon, die toughe Journalistin vom Abendblatt, soll eine gute Story über den aktuellen Folterfall schreiben. Sie lebt mit Jimmy, dem Chef ihres Ex-Mannes, der in Selbstmitleid und Depression versinkt. Also der Ex. Jimmy hat auch Kinder, die Annika hassen – Patchwork-Family as usual. Weiters ein medialer Shitstorm gegen Annikas Chef, Anders Schyman, dem vorgeworfen wird, eine preisgekrönte Geschichte über eine Milliardärin gefälscht zu haben. Annika soll beweisen, dass die Doku seriös war und stößt bei der Recherche auf Ungereimtheiten. Von Lerbergs Frau fehlt jede Spur. Das Ganze geschrieben aus verschiedenen Perspektiven, nicht immer klar aus welcher. Verwirrt? Das war ich auch. Und ratlos. Auf über 380 Seiten gilt es mehrere Handlungsstränge zu erfassen, die am Ende nicht logisch zusammenlaufen. Düster, dunkel und depressiv. So kommt dieser Krimi daher. Kein Charakter wurde auch nur irgendwie fröhlich gezeichnet. Alle schleppen zentnerschwere Vorgeschichten oder Ex-Männer mit sich herum. Gut, die Geschichte spielt in Schweden. Aber jetzt mal ehrlich – auch hier scheint ab und zu die Sonne. Vielleicht eine Empfehlung für Menschen mit einem sonnigen Gemüt – um sich die Stimmung so richtig zu ruinieren. Ein nicht berühmter Krimi von Marklund – das kann sie besser. Nina Hechenberger
Liza Marklund: Jagd. Kriminalroman (Ein Annika-Bengtzon-Krimi, Band 10), 384 Seiten, Ullstein, Berlin 2015 EUR 17,50

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