Im Widerstand

Herbst 1943: Die Wäscherin Agnese ist auf dem Weg nach Hause zu ihrem Mann Palita, als sie auf einen italienischen Soldaten trifft. Sie bewirten den vom langen Weg Geschwächten, da trifft die Nachricht ein, dass die Deutschen im Dorf sind. Der Soldat kann fliehen, aber Palita wird deportiert. Erst durch Freund_innen erfährt Agnese, dass er in der Kommunistischen Partei war. Sie schließt sich den Partisan_innen an, überbringt Nachrichten, Nahrung und Waffen.

In ihrem Roman schildert Renata Viganò, die selbst in der Resistenza aktiv war, Leben und Kampf der Partisan_innen, die andauernde Gefahr verraten und entdeckt zu werden, die immer währende Angst um die anderen, aber auch den Antrieb, trotzdem weiter gegen die nationalsozialistische Besatzung und die italienischen Faschist_innen zu kämpfen. Das Buch erschien 1949 in Italien und 1951 in der DDR zum ersten und (bisher) einzigen Mal in deutscher Übersetzung. Es entspricht, wie Ulrike Schimming im Nachwort anmerkt, „ganz dem Ideal einer sozialistischen Gesellschaft“: von der Beschreibung der (älteren) einfachen Arbeiterin, der klaren Sprache bis zur Anerkennung der Hierarchien in der Partei und der Kritik an den Alliierten. Und es ist ein überaus wichtiges und sehr berührendes Zeugnis des Lebens und Kampfes von Partisan_innen im faschistischen Italien, das in der Edition Fünf nun endlich wieder erschienen ist. Paula Bolyos

Renata Viganò: Agnese geht in den Tod. Roman. Übersetzt von Ina Jun-Broda. Neu bearbeitet und mit einem Nachwort von Ulrike Schimming. 315 Seiten, edition fünf, Hamburg 2014EUR 22,60

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