Kategorie: Wissenschaft & Sachbuch
Das NS-Regime hat in Österreich und Deutschland eine große Anzahl an Gebäuden hinterlassen, die durch ihre Errichtung oder ihre Nutzung durch dieses Regime als vergiftet oder kontaminiert bezeichnet werden können. Wie also umgehen mit diesen „Steinernen Zeugen einer dunklen Vergangenheit“? Im Rahmen zweier Tagungen, die in Innsbruck und in Linz...
„Zeugnis geben ist immer ein sozialer Akt (…)“, also ein Akt, der nicht außerhalb historischer Kontextualisierung, normativer Denkmuster und somit auch heteronormativer Geschlechterkonzeptionen gesehen werden kann. Die Tatsache, dass bis zu vorliegender Forschung wenig über queere Opfer des Holocaust bzw. queere Praktiken bekannt war, erklärt die Autorin einerseits durch die...
Die Philosophin und Politikwissenschaftlerin Dunja Larise würdigt mit diesem Buch die Ökonomin Helene Bauer (1871–1942) und deren sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Beiträge aus den Jahren 1919 bis 1936. Einleitend porträtiert sie das Leben von Helene Bauer – eine Intellektuelle und bedeutende Vertreterin des Austromarximus, „eine emanzipierte Frau in turbulenten Zeiten“. Sie...
Der Begriff der ‚Beziehungsweisen’, wie von den Herausgeber:innen sowie Autor:innen vorliegenden Sammelbands verstanden, beinhaltet jegliche Form des ‚Verhaltens’– zu uns selbst, zu anderen sowie zur/in der Gesellschaft. Nachdem diese Beziehungsweisen auch mit den ökonomischen Verhältnissen verwoben sind, lassen sich die gegenwärtigen Arten, wie wir uns in Beziehung setzen, nicht ohne...
Aktuelle Debatten rund um Prostitution/Sexarbeit oszillieren zwischen dem Bild des ausgebeuteten Opfers von Gewalt sowie der selbstbestimmten Anbieterin* einer Dienstleistung. Dass diese widersprüchlichen Auffassungen eine grundlegende Ambivalenz darlegen, die sich von der Antike über die bürgerlich-kapitalistische Gesellschaft bis hin zur gegenwärtigen neoliberalen Gesellschaftsformation durchzieht, ist Ausgangspunkt dieses Buches. Ist die...
Als Tochter einer nach Spanien migrierten, muslimischen Familie aus Marokko teilt Najat El Hachmi ihre persönliche feministische Perspektive in einem kurzen, gut lesbaren und einprägsamen Text mit. Feminist*innen muslimischer Herkunft begegnen in der europäischen Gesellschaft einem Dilemma. Die politische Rechte versucht, ihre persönlichen Erfahrungen zu instrumentalisieren, während sich eine relativistische...
Wer innerhalb der europäischen Grenzen lebt, schließt oft die Augen vor dem, was an den Grenzen passiert. Logisch, denn die Gräueltaten der sogenannten ‚Festung Europa’ zu verarbeiten ist schwer. Davon handelt das neue Werk der österreichischen Migrationsforscherin Judith Kohlenberger. In ihrem Essay Grenzen der Gewalt. Wie Außengrenzen ins Innere wirken...
Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass rechte Bewegungen oder Parteien in der Gesellschaft Rassismus und eine reaktionäre Genderpolitik verfolgen. Der Sammelband setzt sich aus kritischen Beiträgen zur Alternative für Deutschland (AfD) zusammen. Ein Beitrag arbeitet die Verstrickungen des deutschen Verfassungsschutzes mit der AfD aus. Bei rechtsextremen und rechtspopulistischen Parteien wie...
Es ist erfreulich, wenn Klassenerfahrungen mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, denn es sind vor allem ökonomische Voraussetzungen, die den Status in einer Gesellschaft bestimmen. Es geht in dem kollektiven Beitrag nicht nur um Lohnarbeitserfahrungen, sondern auch um Primärsozialisationsprägungen und soziale Mobilität. Anhand eines qualitativen Fragebogens wurden Gespräche mit elf Frauen geführt....
Julia Fritzsches Flugschrift schafft es in einer kompakten Art und Weise, die Lesenden darüber aufzuklären, wie, warum und seit wann Brüste von weiblich gelesenen Menschen als etwas gelten, das in der Öffentlichkeit verdeckt werden sollte. Auch wenn die Autorin zu Beginn einordnet, dass der Kampf um nackte Brüste nur ein...