Kategorie: Wissenschaft & Sachbuch

Inspirationen zur Intersektionalität  

Intersektionale Perspektiven verstehen soziale Kategorien als multidimensional und heterogen, sie problematisieren oft die Fassung mehrdimensionaler und verschränkter sozialer Konstellationen in eindimensionalen Begriffen. Dies bringt in empirischen Untersuchungen eine Komplexitätssteigerung mit sich, die Forscher_innen vor vielfältige Herausforderungen stellt, wenn sie systematisch eindimensionale bzw. additive Konzeptualisierungen sozialer Kategorien überwinden und das komplexe...

Geschlecht ist (immer noch) politisch! 

In antifeministischen Zeiten wie diesen, die vielerorts den Medien-, Institutionen- und Wissenschaftsalltag prägen, kommt Clarissa Rudolphs explizit feministische Einführung in die „Geschlechterverhältnisse in der Politik“ gerade recht. „(P)olitisches Ziel“ ist zugleich das Sichtbarmachen von „Geschlecht in allen gesellschaftlichen Strukturen und Machtverhältnissen“ und die „Beendigung ungleicher Geschlechterverhältnisse“. Rudolph nimmt sich dieses...

Frauen, feiert eure Erfolge!

Nachdem sie jahrelang Frauen in verschiedenen Berufen und Positionen beraten hat, macht Coach Stephanie Ekrod vier Fallen aus, die Frauen wie „Autopiloten“ und oftmals für sie selbst unverständlich am Weg zu ihrem Erfolg hindern: Die Interpretationskönigin, die Allesmacherin, die Bescheidenheitsmeisterin und die Meisterin des Alltags. Das Buch ist um diese...

(Ent)Traditionalisierungsdynamiken

Karin Flaake untersuchte in ihrer empirischen, psychoanalytisch orientierten Studie Mittelschichtsfamilien mit einer nicht-traditionellen Arbeitsteilung. Schwerpunkte sind dabei geteilte Elternschaft, Dynamiken der Paarbeziehung, Aufgabenverteilung im Haushalt und die Entwicklungen der Söhne und Töchter. Die interessanten und wichtigen Ergebnisse werden sehr detailreich präsentiert, sodass der Band vorwiegend für ein soziologisches Fachpublikum geeignet...

Geschlecht dekonstruiert therapieren

Die Diskurse der Frauenbewegung und der Gender-Studies mit ihren hochdifferenzierten Theorien des Doing Gender, ihren sozialkonstruktivistischen Modellen und dekonstruktivistischen Perspektiven haben in der psychotherapeutischen Theoriebildung bis jetzt keinen Niederschlag gefunden – auch und gerade in der theoretischen Konzeption und Praxis der systemischen Psychotherapie. Grubner greift nun endlich diese Schwachstelle auf...

Intergeschlechtlichkeit und Beratung

Wie können Voraussetzungen für eine „gerechte“ Inter*Beratung geschaffen werden und wie steht es um diesbezügliche Angebote im deutschsprachigen Raum? Diesen Fragen widmet sich Manuela Tillmanns in ihrem Buch und gibt dabei vor allem für Menschen, die sich neu mit der Thematik beschäftigen Anregungen und Informationen zum aktuellen Stand. Somit liegt...

Wider die Re-Traumatisierung

„Obwohl ich zwei Jahre lang in Therapie war und dachte, dass ich meine Missbrauchsprobleme bewältigt hätte, suchten mich die alten Geschichten zum Teil wieder heim, als wir uns im Vorbereitungskurs den Geburtsfilm ansahen.“ (S. 186). Für jede Missbrauchsüberlebende können sich Schwangerschaft und Geburt als überwältigende Herausforderung erweisen. Wie die Schwangere...

Weibliche Lust als Potenzial für mehr Lebendigkeit

Die Psychoanalytikerin Alcira Mariam Alizade erkundet behutsam und mit anschaulichen Fallgeschichten und Traumschilderungen die Welt weiblicher Sinnlichkeit und Sexualität. Sie kritisiert Freuds Konzeptualisierung der psychosexuellen Entwicklung der Frau am männlichen Modell und bietet alternative Erklärungen zum Phallozentrismus. An Didier Anzieus Begriff des „Haut-Ichs“ ansetzend arbeitet sich die Autorin durch Schichten...

Vom Brechen des Gewalttabus

Die Philosophin Luisa Muraro, bekannt durch „Die symbolische Ordnung der Mutter“ (Neuauflage 2006), lehrte an der Universität Verona und gründete gemeinsam mit anderen Frauen den Mailänder Frauenbuchladen und die Philosophinnengruppe Diotima. Daraus entstanden aufregende Publikationen wie u.a.: „Wie weibliche Freiheit entsteht“ oder „Macht und Politik sind nicht dasselbe“. In der...

Die reine Lust am Sehen

Im Jahr 2007 gelangte das umfangreiche fotografische Werk von Vivian Maier (1926-2009) an die Öffentlichkeit. Rund 150.000 Fotos, mehrheitlich Negative, fanden sich in Lagerräumen inmitten von ihrem Hab und Gut. In der Bronx geboren, entwickelte sich die ihr Leben lang als Kindermädchen beschäftigte Vivian Maier zu einer leidenschaftlichen Fotografin. Mit...