Körper und Sexualität Beyond Fifty Shades

„Sadomasochismus ist zusammen mit Sexarbeit und Fetischismus unter den am meisten verachteten Sexualpraktiken“, schreibt Gayle Rubin 1984 in ihrer Hierarchie der sexuellen Neigungen, die danach geordnet sind, wie sehr sie in der Mehrheitsgesellschaft akzeptiert werden. Heutzutage befindet sich die Mehrheitsgesellschaft zu SM- und BDSM-Erotik in einem neurotischen Verhältnis. Auf der einen Seite steht die Stigmatisierung einer „abnormalen Neigung“, die oft mit Traumatisierungserfahrungen im früheren Leben pseudopsychologisch erklärt wird, auf der anderen Seite eine popkulturelle Faszination mit Werken wie „Fifty Shades of Grey“, welches in BDSM Kreisen wegen der vielen Grenzüberschreitungen in der wichtigsten, nämlich der Konsensfrage, stark kritisiert wurde. Weiters zu verzeichnen ist ein starker Anstieg im Angebot von Pornografie mit BDSM-Charakter, welches auf ein starkes Angebot, teilweise aus einer gut vernetzten Online-Community zurückzuführen ist. Dieses Buch möchte in all diesen Verwirrungen die klare wissenschaftliche Stimme sein. Dies gelingt ihm auch. In verschiedensten Aufsätzen werden historische, literarische, kulturtheoretische Ansätze und Instrumente herangezogen, um die Faszination SM- und BDSM-Erotik zu erforschen und Pathologien zu analysieren.

Lena Hemetsberger

Wer liebt, der straft? SM- und BDSM Erotik zwischen Pathologisierung und Anerkennung. Hg. von Ada Borkenhagen und Elmar Brähler. 146 Seiten,  Psychosozial Verlag, Gießen 2016 EUR 23,60

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

fünf + achtzehn =