Meistererzählung voller Ausblendung

Wie diese Narration und die damit einhergehenden Ausblendungen durchbrochen werden können und emanzipatorische Interventionen innerhalb der weißen Geschichtsschreibung möglich sein können, beschreibt Claudia Unterweger anhand der Untersuchung der theoretischen Arbeit und der Interventionen der Recherchegruppe zu Schwarzer österreichischer Geschichte.

Die Autorin positioniert sich zu Beginn klar als Schwarze Frau* und als Teil der Recherchegruppe zu Schwarzer österreichischer Geschichte. Ausgehend von den eigenen Erfahrungen der genderspezifischen rassistischen Unterdrückung in Österreich ist es für die Forschende möglich, „Empathie und bewusste Parteilichkeit für die Unterdrückten zu entwickeln“, um so eine emanzipatorische Forschung zu ermöglich. Anhand von Querverweisen zu afrozentrischen Theoretiker_innen wie bell hooks, Stuart Hall oder Patricia Hill Collins analysiert Unterweger die Strategien der Recherchegruppe zu Schwarzer Österreichischer Geschichte eine aus Schwarzer Perspektive intervenierende Gegengeschichte zu schreiben, die zulässt, sich selbst zu definieren und nicht von einer weißen Geschichtsschreibung definiert zu werden. Es soll nicht nur grausam exotisierenden Beispielen Schwarzer Menschen afrikanischer Herkunft, wie Angelo Soliman, sondern auch Geschichten von starken und widerständigen Repräsentationen Schwarzer Männer* und Schwarzen Frauen*, wie Queen Nzinga, gedacht werden. Eine unbedingte Leseempfehlung!

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Claudia  Unterweger: Talking Back.  Strategien Schwarzer österreichischer Geschichtsschreibung.  249 Seiten.  Zaglossus,  Wien 2016 EUR 19,95

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