Spazieren, Flanieren, Wandern

Über drei Jahrhundert folgt die Kunsthistorikerin Karin Sagner der Geschichte, wie Frauen sich in der Öffentlichkeit bewegten/bewegen durften. Mit reichlich Anschauungsmaterial aus der Kunstgeschichte berichtet sie vom Spazierengehen, Flanieren und schließlich Wandern oder Bergsteigen. Es war eine Frage des Standes, welches Verhalten jeweils als schicklich galt. So promenierten adelige Damen bereits im 18. Jahrhundert in Schlossgärten, während ein weiterer Kreis an bürgerlichen Frauen erst später in öffentlichen Parkanlagen oder auf Boulevards spazieren ging. Immer aber einem strengen Kodex unterworfen, die einsame Flaneurin sah sich bis ins 20. Jahrhundert dem Verdacht der Prostitution ausgesetzt. Von bäuerlichen Frauen, Arbeiterinnen oder Dienstbotinnen ist in diesem Band nur sehr am Rande die Rede. Verändert hat sich im Laufe der Zeit auch der Blick auf die Gesundheitsförderlichkeit von Bewegung an sich und in der freien Natur im Besonderen. Auch Fragen der Mode und Kleidervorschriften sind eng mit der Möglichkeit zur Mobilität verknüpft. Ein informativer Band zum Blättern und Schmökern.

ESt

Karin Sagner: Frauen auf eigenen Füßen. Spazieren, Flanieren, Wandern.  136 Seiten, Elisabeth Sandmann Verlag, München 2016 EUR 25,70

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