Muslim*a Sein

Die palästinensische Wissenschaftlerin Lana Sirri räumt in dem dünnen Band mit gängigen Vorurteilen, wie etwa Feminismus und Islam seien nicht zu vereinbaren oder islamischer Feminismus sei ein neues Phänomen, auf. Sie stellt feministische Positionen innerhalb des Islams anhand von jeweils zwei Theoretiker*innen und Aktivist*innen verschiedener Länder und verschiedener Zeiten dar. Ein Kapitel widmet sie der kritischen Exegese religiöser Texte, Konflikte mit der Ordnung der Geschlechter in früheren Zeiten werden sichtbar. Im dritten Teil kommen in Interviews Muslima* aus Deutschland zu Wort, von queeren muslimischen Aktivist*innen über Slamer*innen bis zu Wissenschafter*innen. Die abschließenden Reflexionen der Autorin hätten gerne etwas länger ausfallen können.

Durchgehend führt sie der Leser*in deutlich vor Augen, dass sich islamischer Feminismus aktuell an zwei Fronten behaupten muss, gegen patriarchale Strukturen des islamistischen fundamentalistischen Diskurses und den orientalistischen Blick westlicher Feminist*innen. Ein eindrucksvoller Text.

Sena Dogan

Lana Sirri: Einführung in islamische Feminismen. Aus dem Engl. von Saboura Naqshband, Mitarbeit Jen Theodor. Vorwort von Kübra Gümüsay. 176 Seiten, w_orten & meer, Berlin 2017 EUR 11,40

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