Reportage eines Traumas in rosarot

Die emotional unnahbare Polizistin Aiden (kurze Haare und Lederjacke) fühlt sich schon bei der ersten Begegnung von der witzigen Psychologin Dawn (blond) angezogen. Aiden, selbst Kind aus einer Vergewaltigung, hat sich der Aufklärung von Sexualverbrechen verschrieben. Dawn hat bereits Vater und Bruder an die Polizei verloren, trotzdem geht auch sie der Anziehung nach. Doch die Romantik verschwindet rasch – Dawn wird in ihrer Wohnung von einem Unbekannten vergewaltigt. Bei der Suche nach dem Täter muss Aiden den Balanceakt zwischen ihrer Zuneigung für Dawn und ihrer Arbeit als Polizistin bewältigen, denn eine private Verbindung würde die Arbeit an dem Fall unmöglich machen. Im Zentrum des Romans steht aber weder die Liebesgeschichte zwischen Aiden und Dawn noch die Suche nach dem Täter. Es geht der Autorin um den Umgang mit Gewalt gegen Frauen. Wie geht ein Rechtsstaat mit den Opfern um? Was braucht es um Täter zu überführen? Wie beschwerlich bis unmöglich ist es, danach mit einem anderen Menschen Intimität zulassen zu können? Statt eines trashigen Krimis ist dies eher ein Einblick in den Kopf eines Gewaltopfers. Für den Strand, ob der sehr einfachen Sprache am ehesten geeignet, lassen sich Frauen, die Ähnliches erlebt oder Schwierigkeiten mit dem Thema haben, damit auf eine persönliche Aufarbeitung ein. Denise Riedlinger
Jae: Auf schmalem Grat. Roman. 349 Seiten, Ylva Verlag, Kriftel 2014 
EUR 15,32

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