Textsammlung mit Potenzial

Kurze Erzählungen und Textfragmente zu alltäglichen Begegnungen werden in der ersten Buchveröffentlichung von Sela Miller aneinandergereiht, wobei nicht das Rennrad, sondern öffentliche Plätze wie Bahnhof oder U-Bahn häufig im Mittelpunkt der Geschichte stehen. Dabei wechseln sich Szenen zu klassischen Begegnungen zwischen „Mann“ und „Frau“, tagebuchartige Beobachtungen, Passagen mit einer Liste möglicher Romantitel und blogähnliche Einträge ab. Dadurch entsteht vor allem zu Beginn der Eindruck, als wäre die Sammlung eine ad-hoc Abfolge von bruchstückhaften Alltagsgedanken, welche von strengeren Maßstäben bei der Textauswahl profitiert hätten. Einzelne Auszüge aus unge¬schriebenen Romanen, wie die Geschichte der einbeinigen Andersen, erwecken hingegen durchaus den Wunsch, mehr zu erfahren.

Karina Knaus

Sela Miller: Rose fährt Rennrad. 277 Seiten, Müry Salzmann, Salzburg-Wien 2017 EUR 24,00

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