Ums Überleben kämpfen

Nina Berman erzählt als Dokumentarfotografin und Autorin aus New York die Geschichte von zwei miteinander verwobenen Leben: Modell und Fotografin haben in gemeinsamer Arbeit einen einzigartigen Bildband gestaltet. Die Grenzen des dokumentarischen Geschichtenerzählens werden dabei neu definiert. Inhaltlich handelt es sich um die dramatische Geschichte einer Frau, genannt Miss Wish, die Zwangsprostitution und Kinderpornografie überlebt hat und um physische und emotionale Sicherheit sowie um ihre Existenz als Künstlerin kämpft und über einen Zeitraum von 25 Jahren in London und später in New York fotografiert. Auf Anraten von Scotland Yard flieht Miss Wish schließlich nach New York und erzählt ihre Lebensgeschichte aus ihrem großen persönlichen Archiv. Die Fotografin als ihre Freundin und Unterstützerin verwaltet dieses Archiv, das aus erschütternden Zeichnungen von Tatorten, Berichten psychiatrischer Kliniken, Einträgen aus Tagebüchern und persönlichen Erinnerungs¬stücken mit Briefen und SMS-Nachrichten zwischen Fotografin und Hauptfigur besteht. Die Zeichnungen, Einträge im Tagebuch sowie persönliche Briefe und Postkarten sind von Kimberly Stevens, einer Überlebenden von Zwangsprostitution und Kinderpornografie. Durch diese miteinander verwobenen archivarischen Bilder mit kurzen, englischsprachigen Texten ist auch dieser wertvolle empfehlenswerte Bildband entstanden.

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Nina Berman: An autobiography of Miss Wish. 268 Seiten mit 175 Farbabb., Kehler Verlag, Berlin 2017 EUR 51,30

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