Gegenwart? Vergangenheit?

Der Autorin gelingt es, mit der von ihr prägnant eingesetzten Sprache in wenigen Worten viel auszudrücken. Die Ereignisse und Personen sind dermaßen lebendig geschildert, dass man sich als Leserin immer in das Geschehen miteinbezogen fühlt. Ähnlich wie in einem Film beleuchtet sie verschiedene Situationen kurz, die sie abrupt, wie bei Filmschnitten, wieder beendet. Durch Zeitsprünge schafft sie vorerst Verwirrung, erhöht damit aber gleichsam die Spannung. Es werden Themen wie Freundschaft, Alkohol, Drogen, Anderssein und Abschied berührt. Im Grunde besteht das Buch aus durcheinander gewürfelten Schlüsselerlebnissen. Es enthält keine Vorgaben an Moral und Schuld, alles ist offen und möglich. Man kann nur hoffen, dass sich die Autorin entschließt, noch weitere Romane zu schreiben. Das Buch ist absolut lesenswert.

Erika Parovsky

Tina Pruschmann: Lostage. 224 Seiten. Residenz Verlag, Salzburg-Wien 2017 EUR 22,00

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