Geheimdienstthriller im Nachkriegsdeutschland

Die in den 1930ern nach Palästina emigrierte Jüdin Rosa Silbermann arbeitet für den israelischen Geheimdienst. Um einen befürchteten Anschlag auf Kanzler Adenauer zu verhindern, schickt man Rosa ins Nobelhotel Bühlerhöhe, den Urlaubsort Adenauers. Zurück in ihrer alten Heimat muss sich Rosa nicht nur mit traumatischen Erinnerungen und Männerseilschaften, sondern auch mit der Hausdame Sophie Reisacher herumschlagen. Letztere arbeitet an ihrem gesellschaftlichen Aufstieg und sieht sich von Rosa, deren Absichten sie nicht durchschaut, bedroht. Erzählt wird aus der Perspektive Rosas, Sophies und Agnes‘, einer jungen Hotelangestellten, deren einfaches ländliches Gemüt die Geschichte, die in den frühen 1950ern angesiedelt ist, mit ansprechendem Lokalkolorit färbt. Der atmosphärisch dichte und detailreiche Roman vermittelt penibel recherchierten Zeitgeist. Alles in allem: solide gearbeitete Unterhaltung mit gut verdaulichen Zeitgeschichte-Häppchen. Kritische Krimikonsumentinnen wünschen sich eventuell mehr Tempo. Lisa Lercher

Brigitte Glaser: Bühlerhöhe. 448 Seiten, List, Berlin 2016 EUR 20,60

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