Im Fluss

Mit „Sprache und Regen“ brachte der Hanser Verlag im Frühjahr 2016 einen Lyrikband der Schwedin Katarina Frostenson heraus. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von Gedichten, die im Original zwischen 1999 und 2011 in vier unterschiedlichen Gedichtbänden erschienen. Frostenson wurde 1953 in Stockholm geboren, verfasste neben Lyrik auch Dramen und Prosa und arbeitet als Übersetzerin aus dem Französischen. Als Mitglied der Schwedischen Akademie ist sie sowohl als Frau als auch als Lyrikerin die Ausnahme von der Regel. In den 1980er Jahren, als Frostenson in Schweden zu einer der bedeutendsten Lyrikerinnen avancierte, wurde ihr Werk als wichtiger Repräsentant einer neuen weiblichen Poesie verstanden, die sich weigert sich an bestehende Formen anzupassen, ins innerste der Sprache vordringt und eine metaphorische Lyrik hervorbringt. Inzwischen hat sich ihr Stil weiterentwickelt und die Rezeption geändert, in der Geschlecht keine dominante Kategorie mehr ist. Ihr Sprachspiel und ihre Virtuosität – sie gilt als eine der am schwersten zugänglichen LyrikerInnen Schwedens – werden durch Funken von Humor ergänzt, die oftmals nur auf Zeichenebene aufblitzen. Die Gedichte in „Sprache und Regen“ entführen an die unterschiedlichsten Orte im Äußeren und Inneren. Regen, Flüsse, die Welt ist im Fluss. Poesie, auf die eine sich einlassen muss. ESt

Katarina Frostenson: Sprache und Regen. Aus dem Schwed. von Verena Reichel. 96 Seiten, Hanser, München 2016 EUR 16,40

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