Kategorie: Aktuelle Ausgabe

Schmerz in Worte fassen

In Unversehrt legt Eva Biringer ein Plädoyer vor, weiblichen Schmerz endlich ernst zu nehmen. Ausgangspunkt ist die Geschichte ihrer Großmutter, deren chronische Schmerzen unbeachtet und ungehört blieben. Biringer fragt: Was macht Schmerz mit Frauen, wenn man ihnen nicht glaubt? Und was bedeutet es, einer solchen Erfahrung endlich eine Stimme zu...

Selbstfürsorge – wie geht das?

Das Buch ist in vier Teile gegliedert. Im Einleitungsteil fassen die beiden Autor*innen zusammen, warum sie diesen Leitfaden „für unsere Held*innen“ erstellt haben, wie dieses Buch genutzt werden kann und wie eine Übungssequenz aus dem EfA [Empowerment für Aktivist*innen]-Programm zusammengestellt wird. Der Hauptteil umfasst 50 konkrete Übungen mit genauen Anleitungen....

Widerstand unter unmöglichen Bedingungen

Leben heißt Widerstand – Widerstand heißt Leben. Die Frauen von Mamak berichten in dieser kollektiv herausgegebenen Veröffentlichung von ihren Erfahrungen während ihrer Inhaftierung im türkischen Militärgefängnis Mamak. Die Frauen waren vor, nach und vor allem während des Militärputsches am 12. September 1980 festgenommen worden, da sie in linken und sozialistischen...

Unterwegs im Wien der 80er und 90er

Die 1980er und 90er in Wien: Von dieser gerne als legendär gerühmten Epoche erzählen in Branntweiner, Blue Box und Bermuda Dreieck vierzehn Männer und vier Frauen, die meist zum Studium aus den Bundesländern kamen und uns in diesem Buch sehr persönliche Einblicke in ihre Jugendjahre verschaffen. Wobei sich durch die...

Ein ereignisreiches Leben

Die Biografie, gemeinsam von Mutter und Tochter geschrieben, erzählt das Leben von Herta Lueger. Herta wird 1947 im Burgenland geboren und zieht 1972 nach München. Dort arbeitet sie zunächst als gelernte Friseurin, bis sie in das sogenannte ‚Rotlichtmilieu’ einsteigt. Sie arbeitet als Domina und gründete Anfang der 1980er Jahre einen...

Die Revolutionärin Alexandra Kollontai

In der sehr gelungenen Romanbiografie nähern sich Barbara Sichtermann und Ingo Rose behutsam dem Leben der Alexandra Kollontai an. Am 19. März 1872 in eine gutbürgerliche adelige Familie hineingeboren, wurde sich Kollontai früh ihrer Privilegien in Bezug auf weitreichende Bildung aber auch ihrer Unterdrückung als Frau bewusst und suchte im...

Wendehals

Silke Maier-Witt gilt als eine der wenigen aus dem „engeren Kreis der RAF, die sich öffentlich selbstkritisch äußert“ und um Aussöhnung mit den Söhnen der Getöteten bemüht ist, konnte ich in dem Wikipedia-Eintrag unter ihrem Namen lesen. In ihrer Autobiographie schildert Silke Mayer-Witt ihre Kindheit im Schwarzwald, ihr distanziertes Verhältnis...

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Hildegard Macha, geboren 1946, kann als emeritierte Professorin für Pädagogik und Erwachsenenbildung auf mehrere Jahrzehnte einer wissenschaftlichen Karriere zurückblicken. Einer ihrer Schwerpunkte war Gender und Diversity. Im Mittelpunkt dieser autofiktionalen Erzählung steht jedoch wider Erwarten die jahrelange schwere sexuelle Gewalt im Kindesalter durch den Vater und die massiven psychischen wie...

Keine Ordnung und ein halbes Leben

Die 38-jährige Erzählerin führt die Lesenden durch die vollgestopfte Wohnung ihrer Mutter, nachdem diese auf der Intensivstation im Alter von 69 Jahren verstorben ist. Bruder und Schwester, zwei Söhne, ein Partner und der Vater werden in die, einem Delirium ähnliche, Konfrontationstherapie eingeflochten und gleichzeitig ferngehalten. Die Protagonistin muss sich alleine...

Puzzleteile einer nach Freiheit Suchenden

Die bekannte deutsche Schauspielerin Caroline Peters hat einen autofiktionalen Roman über ihr persönliches Verhältnis zu ihrer Mutter Hanna geschrieben. Während und nach der Beerdigung ihres Vaters Bow versucht die Ich-Erzählerin, sich ihrer bereits einige Jahre zuvor verstorbenen Mutter durch Erinnerungen anzunähern. In bruchstückhaften Geschichten ohne verlässliche Zeitleiste rekonstruiert sie Auszüge...