Kategorie: Aktuelle Ausgabe
In ihrem Debütroman Sterben üben widmet sich Katharina Feist-Merhaut Fragen rund um Tod, Alter und Pflege. Sie sucht Antworten in Literatur, Familiengeschichte und vor allem im Gespräch mit ihrer wortgewandten Großmutter. Die Enkelin begleitet sie durch den Alltag, dokumentiert ihren Alterungsprozess, fotografiert und befragt sie. Aus der Perspektive der Enkelin...
Die Bravo Bar ist ein Lokal in Berlin, das für unsere drei Protagonist*innen der Dreh- und Angelpunkt ist. Timo, ein mäßig erfolgreicher Musikjournalist, steht kurz vor seinem 40. Geburtstag und träumt von seiner großen Liebe. Rachelle ist eine Rapperin und kämpft mit der Diagnose Krebs und der Chemotherapie. Die dritte...
„Haben wir kein Salz“, fragt Johannes beim Abendessen. Seine Frau Helene sitzt nach einem Tag voll mit dem „Rufen, Wollen, Streiten, Bitten und Brüllen“ der drei Kinder erschöpft am Tisch. Ohne ein Wort zu sagen, steht Helene vom Tisch auf, geht zum Balkon und stürzt sich in die Tiefe. Ihr...
Isor ist ein wildes Kind. Sie tobt, ist wütend und reißt oft aus. Nicht selten bringt sie ihre Eltern zur Verzweiflung. Dennoch verfügt Isor über einige erstaunliche Talente, so kann sie etwa auf lautmalerische Art fremde Sprachen imitieren. Die Mutter erkennt die außergewöhnlichen Fähigkeiten des Kindes. Sie weiß, dass Isor...
Die Geschichte der Alevit:innen ist eine unterdrückte Geschichte. Dabei ist es eine Geschichte, die so wichtig ist für die Geschichte der Türkei und die Geschichte Deutschlands und Österreichs. Eine Vielzahl der Migrant:innen aus der Türkei in den 1970er Jahren waren Alevit:innen, die dort vor politischer und religiöser Verfolgung flüchteten. Viele...
Über drei Jahrzehnte begleiten die Leser*innen die Ich-Erzählerin Maren durch ihr Leben – und durch ihre tiefe und zugleich ambivalente Beziehung mit ihrer besten Freundin Inga. Auf den ersten Blick verbindet die beiden wenig. Ihre unterschiedlichen sozialen Herkünfte und ihre verschiedenen Sichten auf die Welt stellen ihre Freundinnenschaft oft auf...
Oktober Okay ist eine gut zu lesende schmale Erzählung, die die namenlose Protagonistin durch Leipzig in den letzten Monaten der DDR begleitet. Geht es im ersten Teil primär um die Gedanken- und Gefühlswelt der Ich-Erzählerin, berichtet der zweite Teil des Buchs von den politischen Umbrüchen des Jahres 1989. Dabei werden...
Kathrin Aehnlich Romans spielt im Leipziger Lindewitz, in einem erfundenen Viertel, das aus den Stadtteilen Lindenau und Connewitz zusammengemischt wurde. Es macht Spaß ihn zu lesen, besonders als Lesende mit Regionalwissen über die Stadt und Wissen über vergangene Entwicklungen der letzten Jahre. Im Zentrum des Romans steht eine Familiengeschichte; die...
Der Roman von Nikoletta Kiss erfolgt in Rückblenden. Márta fährt zur Beerdigung ihrer Kusine Theresa. In den 1970er Jahren pflegte sie in den Sommerferien am Balaton zu Theresa ein inniges freundschaftliches Verhältnis. Nach ihrem Abitur lässt Márta als Einzelkind ihre trostlose Vergangenheit hinter sich und fährt zu Theresa, die in...
In ihrem neuen Roman nimmt Mithu Sanyal die Lesenden wieder mit auf einen unterhaltsamen Identitätsdiskurs. Während in Identitti die eigene Identitätsdefinition stärker im Fokus stand, ist in Antichristie das Umfeld prägender. Der Roman spielt in zwei Londoner Zeitebenen: 2022 und im frühen 20. Jahrhundert. Die Hauptfigur in beiden Zeitebenen ist...