Verschlagwortet: Gesellschaftskritik

Sex, Lies and Female Revenge

„Warum glauben alle, dass Gleichberechtigung bedeutet, sich beim Kloputzen abzuwechseln?”, fragt die Ich-Erzählerin in Bianca Jankovskas Buch Fuckgirl. „Gleichberechtigung bedeutet, dass zunächst das Minus, das Defizit, in dem Frauen aufwachsen und sozialisiert werden, in einer heterosexuellen Beziehung ausgeglichen wird, bevor wieder Anforderungen an uns gestellt werden.“ Äußerst konsequent folgt die...

Aufbrechen

Zwei Frauen, zwei Realitäten, zwei Dutzend Kühe und ein LKW. Anja Gmeinwiesers Debütroman nimmt uns mit auf einen Roadtrip von Italien bis an die EU-Außengrenze. Die aus ihrem ermüdenden Alltag geflüchtete Ich-Erzählerin trifft auf Anna, die mit einer Herde Kühe auf dem Weg in die Türkei ist, und schließt sich...

Ausgespielt

„Gehen, ohne sich Zeit zum Verarbeiten zu nehmen, oder bleiben, gehen, wiederkommen, nachschauen, ob derjenige noch da ist, an uns denkt, uns ja nicht vergisst, uns noch immer liebt. Und den Abschied ewig wiederholen.“ Gegen dieses Pendelspiel entscheidet sich Kayden letzten Endes konsequent. Die Jugendliche ist die Hauptfigur des neuen...

Über die Kraft zur Veränderung

Nur ist 12 Jahre alt und sie möchte Schriftstellerin werden. Sie liebt Krimis, sie lernt gerne und bekommt ein Stipendium für eine Privatschule. Nur macht sich Gedanken über ihren Alltag und ihre Beziehung zu Familie, Freund:innen und Schulkolleg:innen, über ihren Platz in einer ungerechten Gesellschaft. Vieles möchte oder kann sie...

Ungeahnte Freiheit

Mit ihrem zweiten Roman nimmt uns Juliane Baldy mit auf eine wilde Reise quer durch Herzschmerz und Selbstfindung. So plakativ das im ersten Moment anmutet, entfernt sich die Autorin jedoch mit jeder neuen Seite mehr und mehr von Stereotypen und erwartbaren Handlungssträngen. Mirjam wird von ihrem langjährigen Freund Martin Mustermann...

Auf Reisen

Für Computernerds und solche, die es werden wollen. Was ist das Internet, wie funktionieren Algorithmen und was ist von KI zu halten? Das Buch nimmt uns mit auf eine Reise und zwar im doppelten Sinne. Die Protagonistin nimmt uns mit auf ihre Abenteuer um die Welt. Als digitale Nomadin, die...

Ohne Hündin kein Überleben

Keinerlei Berührungsängste mit dem Unglück zeigt Sophie Bienvenu in ihrem dritten Roman „Sam ist weg“. Aus Sicht des jungen Matthieu gibt sie Einblicke in das Leben eines Menschen, der mit seiner Hündin Sam, der einzigen Bezugsperson, wie er sagt, auf den Straßen Montréals lebt. Startpunkt ist die fieberhafte Suche nach...

Poetischer Aufbruch

In ihrem neuen Gedichtband setzt sich Katrin Bernhardt mit den unterschiedlichen Bedeutungen des titelgebenden Begriffs „Aufbrechen“ auseinander: Die Texte handeln von Neuanfängen, vom Reisen in ferne Länder, vom kritischen Hinterfragen der eigenen Privilegien, vom Fremd-Sein woanders und dem zuhause Nicht-Zuhause-Sein, von freiwilligem und erzwungenem Nicht-Dazugehören, von Rausch und von Ernüchterung....

Der Riss in den Sätzen

„In den Sätzen“, der Titel der neuesten Publikation von Eleonore Weber, weist bereits programmatisch auf zentrale Themen und Verfahren dieser – als Rhapsodie untertitelten und damit als keiner geschlossenen Form unterworfenen – Textsammlung hin. Ausgehend von persönlich bedeutsamen Sätzen vor allem aus den Bereichen Literatur, (bildender) Kunst und (musikalischer) Popkultur...

Warum mein Herz, nimm mein ganzes Leben

„Wo Wälder gestanden hatten, schossen Wolkenkratzer und Stahlfabriken aus dem Boden, Flüsse wurden in Flaschen gefüllt und in Supermärkten verkauft, Fische wurden in Dosen verpackt, Berge wurden abgebaut und in glänzende Geschosse verwandelt. Riesige Dämme brachten die Städte zum Leuchten wie Weihnachtsbäume. Alle waren glücklich.“ Arundhati Roy hat nach 20...