Vielleicht ist Heimat…

Heimat-Konstrukte, das Scheitern an normativen Vorstellungen, kritische Liebesdramen, tagespolitische Hinterfragungen und lebenswütige Manifeste, all das sind nur Ausschnitte aus dem Themenreichtum des Gedichtbandes „Kinder der verlorenen Gesellschaft“. Safiye Can bezeichnet sich selbst als Dichterin der konkreten und visuellen Poesie, und so ist dieser Gedicht‑ band auch bespickt mit visuellen Elementen wie Fragezeichen, Bäumen aus Wörtern oder aus Zeitschriftenartikeln zusammengefügten Gedichten. Auch der Stil der Gedichte ändert sich bei jedem Abschnitt des Bandes, von Kurzgedichten, mehrseitigen Prosagedicht-ähnlichen Gedichten bis humorvolle Nonsensverse zusammengewürfelter und ad absurdum geführter Sprichwörter.

Safiye Cans Gedichte gehorchen jedoch keinen vorgeschriebenen Regeln, sondern entwerfen eigene Welten, in denen der Lebensmut und viele Fragezeichen dominieren. jaw

Safiye Can: Kinder der verlorenen Gesellschaft. 90 Seiten, Wallstein, Göttingen 2017 EUR 18,50

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

6 + 14 =