Brustakiri

Fanni hat Krebs, einen Herztumor, und er hat schon gestreut. Das ist die Lüge, die sie ihren Freundinnen und ihrem Mann auftischt. Warum tut sie das? Das wird bald klar: Fanni ist von ihrem Leben angeödet. Fest verzurrt in ihrem Alltag als berufstätige Mutter und Teil eines Frauenstammtisches hat sie Todesgedanken. Die Krebslüge ist nur einer ihrer Ausbruchsversuche, sie köpft auch erfolgreich einen Gartenzwerg und wirft einen Stein auf ein unsägliches Kunstwerk. Sehr schnell stellt Fanni fest, dass sich ihre Lüge verselbständigt und Wellen schlägt – unter anderem führt sie dazu, dass die Stammtischfrauen ihr einen Tandemgleitschirmsprung organisieren, damit sie so etwas noch erleben kann. Poldi wird engagiert, der mit Fanni springt. Der Absturz auf eine hohe Tanne über dem Kletterfelsen führt dazu, dass die beiden eng aneinander geschnallt (FanniPold so wie vormals Brangelina) und verletzt stundenlang auf Rettung warten müssen.

Karin Peschka lässt ihren Roman im Wald spielen, auf der Tanne, und führt uns in eingeschobenen Rückblenden durch den Monat davor hin auf das Unausweichliche. Die Geschichte ist mitreißend, beim Lesen fühlt es sich so an, als ob man selber mit auf der Tanne in Fannis engen Gurten hängt. Große Empfehlung! gam

Karin Peschka: FanniPold. 310 Seiten, Otto Müller Verlag, Salzburg 2016 EUR 21,00

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