Die Krise und die Frauen

Sylvia Walby legt mit diesem Buch eine wertvolle Informationsfülle zur Verbindung von „der“ Krise und den Frauen vor. Sie gibt mit dem Buch Einblick in inter/nationale Finanztransaktionen der letzten Jahrzehnte. Einschnitte im öffentlichen Dienst (und in der Privatwirtschaft) treffen Frauen als Angestellte in besonderer Weise. Deutlich und verständlich nachvollziehbar zu beschreiben, wie Swaps und Risikospekulationen sich in Genderanalyse sowohl im täglichen Leben als auch in der Finanzwelt nachhaltig auswirken, ist Walbys beachtliche Leistung. Mit Detailreichtum und klar feministischem Durchblick zeigt sie Facetten männlich konnotierter Krisenherrschaften unter dem Sammelbegriff Gender Regime auf – wie schon zuvor in ihrer Publikation „Theorizing Patriarchy“ (online abrufbar). Ihr Buch beinhaltet eine klar fundierte wissenschaftliche Analyse und ist in gut lesbarer, leicht verständlicher englischer Sprache geschrieben. Schade, dass Übersetzungen aus dem Englischen ins Deutsche kaum mehr leistbar sind und nur selten finanziert werden: Dieses großartige und einen komplizierten Sachverhalt in deutlicher Sprache beschreibende und in Gender-Perspektive erläuternde Buch hätte es unbedingt verdient! Walby wird ihr Buch am 11. Juli im Rahmen der Internationalen SoziologInnentagung in Wien vorstellen, am 13. Juli wird sie um 18 Uhr im Hörsaal 33 der Hauptuniversität Wien zu „Is the Crisis Cascading into Violence?“ sprechen. Gerlinde Mauerer

Sylvia Walby: Crisis. 224 Seiten, Polity Press, Cambridge 2015  EUR 24,57

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