Kategorie: Aktuelle Ausgabe

Fragile Körperprojektionen

In diesem schmalen Fotoband, der aus 29 Duotonabbildungen im 18,5×24,5 cm Format besteht, dokumentiert die Fotografin die sensible Thematik der Essstörungen. Es werden Körper als Projektionsflächen für menschliche Träume und Erwartungen gezeigt, und unser Kampf angedeutet, der durch diese Dynamik entsteht. Die Fotografien beziehen sich in ihrer Motivik teilweise sehr...

Zögern und Einsamkeit

Monika Macdonald dokumentiert in ihrer Fotografie Verletzlichkeiten, die nur in kurzen Momenten aufscheinen. Der Fotoband, der im Format 22x28cm aus zweiundvierzig Farbabbildungen besteht, ist Frauen gewidmet, die sich auf einer einsamen Suche nach Zugehörigkeit befinden. Macdonald versteht ihre Arbeiten als psychologische, intime Reflexion. Körperlichkeit in einer gewissen Erotik der Sehnsucht...

Durch Holzaugen betrachtet

In mehreren Reihen, wie still abwartende Zuschauer_innen, sitzen Holzpuppen mit beweglichen Gliedern. Die kleinste nur einen Daumen breit, die größte überlebensgroß. Die älteste aus dem beginnenden 16. Jahrhundert, die jüngste aus 1930. Sie richten ihre hölzernen Blicke auf eine Figur in der Mitte des Raums. Manche von ihnen sitzen oder...

Männer und Männergewalt

In 14 Beiträgen werden in diesem Sammelband Männlichkeiten aus hauptsächlich literaturwissenschaftlicher Perspektive ausgeleuchtet: Der Bogen wird gespannt von Maskulinitätsdiskursen in der Antike über Remaskulinisierung durch Waffengewalt in den USA der 1980er Jahre bis hin zur Demaskulinisierung in (selbstmitleidigen) biografischen Ich-Erzählungen zu Holocaust und Nationalsozialismus. Besonders originell sind die Analysen zu...

Kritische Blicke auf die Welt

Hedi Wyss, Schweizer Schriftstellerin und Journalistin, bekannt geworden mit dem Sachbuch „Das rosarote Mädchenbuch“, veröffentlicht seit 1988 in unterschiedlichen Zeitungen kritische Kolumnen zu zeitlosen und aktuellen gesellschaftlichen Fragen wie Ökologie, Feminismus, Asylpolitik, Konsumzwang, technischen Entwicklungen oder Arbeit und Leben. Die slowenische Literaturwissenschaftlerin und Wyss-Expertin Vesna Kondrič Horvat hat die literarischen,...

Große Autorin würdigt große Autorin

Ausgiebig wurde der 100. Todestag von Marie von Ebner-Eschenbach gefeiert, so dass wir dieser Großen der österreichischen Literatur nach langer Verdrängung gerecht werden. Eine besondere Stimme erhebt dabei Ruth Klüger mit ihrer Rede auf die „Anwältin der Unterdrückten“. Sie arbeitet die Kühnheit heraus, mit der Ebner-Eschenbach Gesellschaftskritik übt und Tabus...

Pendelpfleger*innen

Die Autorin der qualitativen Studie hat problemorientierte Interviews mit polnischen Pendelmigrant*innen geführt, die zur Pflege alter Menschen in Deutschland tätig sind. Mit einer Einführung in den aktuellen Forschungsstand zeigt sie Entwicklungsszenarien auf. Die Arbeitskräfte sind auf eine Vierundzwanzig-Stunden-Pflege, die im Rotationsprinzip abläuft, spezialisiert. Verschiedenste Motivationen zur Annahme dieser Tätigkeit sind...

Frauenkarrieren und doing gender

Trotz eines weiblichen Beschäftigungsanteils von 80% sind Führungspositionen im Gesundheits- und Sozialbereich mehrheitlich mit Männern besetzt. Im Rahmen einer Studie der Hochschule Niederrhein führten die Autorinnen eine umfassende Analyse der verinnerlichten, interaktionalen und strukturellen Bedingungen, die männliche Führung begünstigen, durch. Bezugnehmend auf Foucaultsche Annahmen zu epistemischen, also wissens- und machtkonstituierenden...

Vergewaltigung als gegendertes Verbrechen

Vergewaltigung gilt als Verbrechen des Patriarchats schlechthin. Und – so argumentiert Sanyal – es ist das am meisten „gegenderte“ Verbrechen. Beim Thema Vergewaltigung halten sich auch in feministischen Diskursen hartnäckig Geschlechterstereotypisierungen über Männer als gewaltbereite Täter und Frauen als verletzliche Opfer sowie die Vorstellung, dass vergewaltigte Frauen durch eine Vergewaltigung...

Frei von Weiblichkeits-Mentalität

In flottem, gut lesbarem Stil legen die beiden Journalistinnen dar, warum so viele Frauen irgendwann ihre Träume aufgeben, sich in klischeehafte Rollenverteilungen und Berufe fügen. Es seien nicht mehr Verbote und Gesetze, nicht nur strukturell schlechtere Rahmenbedingungen, sondern das „innere Korsett“ an Überzeugungen und Normen, das sie früher oder später,...