Kategorie: Aktuelle Ausgabe
In ihrem siebten Buch Feindbild Frau geht Ingrid Brodnig den vielfältigen Formen und Mechanismen digitaler Gewalt nach. Basierend auf umfassenden Recherchen – von wissenschaftlichen Publikationen über die Arbeit von NGOs bis hin zu Interviews mit von digitaler Gewalt betroffenen Politikerinnen sowie weiteren Expert*innen – legt Brodnig in 13 Kapiteln dar,...
Die Gynäkologin Mandy Mangler und die Tagesspiegel-Autorin Esther Kogelboom, die auch gemeinsam den Gyncast Podcast herausgeben, haben ein kompaktes und kurzweiliges Buch mit spannendem Faktenwissen rund um Klitoris, Orgasmen und selbstbestimmte Sexualität geschrieben. Erklärtes Selbstziel ist die Erhöhung der „Cliteracy“, also der Klitoriskompetenz, sowohl in der Allgemeinbevölkerung als auch in...
Kommt eine nichtbinäre Person zur Psychoanalyse … das ist kein Witz … passiert aber in der Realität eher selten, berichtet die in Berlin praktizierende Psychotherapeutin Susanne Schade anhand eines ihrer Fallbeispiele, weil: die klassische Psychoanalyse, normativ heterosexuell, bietet für diese Person keinen „safe space“. Dies muss – so die Intention...
Sieglinde Eva Tömmel untersucht weibliche Entwicklung, gesellschaftliche Prägung und unbewusste Herrschaftsstrukturen. Ausgehend von Bourdieus Studie zur männlichen Herrschaft bei den Kabylen im südlichen Algerien beschreibt sie die Situation von Frauen in verschiedenen kulturellen Kontexten. Seelische Verletzungen erscheinen als Folgen direkter und indirekter Herrschaft. Anregend ist Tömmels interdisziplinärer Zugang: Psychologie, Pädagogik,...
Die (Selbst-)Bildnisse der mexikanischen Malerin María Izquierdo gehen durch und durch. „Traum und Vorahnung” von 1947 ist ein surrealistisches Selbstporträt: Zu sehen ist Izquierdo, wie sie ihren eigenen abgetrennten Kopf aus einem Fenster hält. Das lange Haar ist in kahle Äste und Wurzeln einer kargen Landschaft verstrickt. Ausdruck der Isolation...
Mit der Wiener Moderne werden in erster Linie männliche Künstler assoziiert: Klimt, Schiele, Hoffmann zum Beispiel. Frauen war in der Zeit um 1900 der Zugang zu Unis, Ausstellungsmöglichkeiten und Netzwerken verwehrt. Erst ab 1920 durften sie etwa an der Akademie der bildenden Künste regulär studieren. Durch eine Reihe von Zufällen...
Wie können starre, kapitalistisch-patriarchal geprägte Stadtstrukturen durchbrochen werden, um Raum für alternative Lebensentwürfe und Begegnungen zu schaffen? Wie werden Institutionen wie Theater und Museen durchlässiger für die Belange migrantischer und diasporischer Gemeinschaften? Wie kann das Teilen öffentlicher Räume neu verhandelt werden in einer Zeit, die von extremen Positionierungen, Spaltung, Konflikten...
Die Erzählung beginnt mit dem Rückflug von Sansibar nach Amsterdam. Die Autorin ist eine Reisende und hat Sansibar vor ein paar Jahren für sich entdeckt. Zurück in Europa und wieder in der kalten Wiener Wohnung wirft Karin Ivancsics einen sehnsuchtsvollen Blick zurück auf ihre zahlreichen Begegnungen mit Sansibari und Leuten,...
Die Meisterin autobiografischer Erzählungen Barbara Honigmann versammelt in ihrem neuen Buch drei unterschiedliche Porträts jüdischer Menschen. Die wohl bewegendste Geschichte ist die über die kommunistische jüdische Intellektuelle Wilhelmine Magidson, kurz Mischka genannt, die die Autorin 1972 in Moskau besucht, um ein Praktikum am avantgardistischen Taganka-Theater in Moskau zu machen. Letzteres...
Wer war Hannah Arendt als Person? Wer sich diese Frage stellt, sollte dieses biografische Werk unbedingt lesen. Es ist dafür kein philosophisches Vorwissen erforderlich. Interpretationen der Hauptwerke und zahlreiche Briefwechsel mit den wichtigsten Menschen im Leben von Hannah Arendt (1906 bis 1975) werden von Grit Straßenberger, Professorin für Politische Theorie,...