Männlicher Krieg? Weiblicher Friede?

Der Sammelband „Männer.Frauen.Krieg“ basiert auf einer gleichnamigen Tagung der Volkshochschule Osnabrück, welche Anfang 2015 durchgeführt wurde. Die verschiedenen Beiträge werfen Schlaglichter auf die Frage, welche Rolle das Geschlecht in Krieg und Frieden spielt(e). Der Beitrag von Christoph Rass bietet einen historischen Überblick und zeigt, dass Frauen durch alle Jahrhunderte in der einen oder anderen Form am Krieg beteiligt waren. Rass zeichnet auch verschiedene feministische Zugänge zu Militär und Geschlecht nach: Die eine Gruppe geht davon aus, dass Frauen, die an die Macht kommen, als natürlich friedfertige Wesen den Krieg abschaffen würden. Eine andere Gruppe fordert, dass Frauen ebenso wie Männer Eingang ins Militär finden sollten. Die dekonstruktivistischen Feministinnen sehen darin jedoch ein Fortleben patriarchaler Konfliktlösungs- und Militärordnungsmuster und fordern ein Neudenken der militärischen Organisation. Auch künstlerische und literarische Zugänge zur Darstellung von Krieg und Frieden werden thematisiert. Der Sammelband bietet unterschiedliche, teils wissenschaftliche Blicke auf das Thema des Geschlechts in kriegerischen und friedlichen Zeiten und dient als leicht verständliche Einführung in das Thema. Einige Beiträge, u.a. jene zu christlicher und islamischer Friedenserziehung am Ende des Buches, wirken unkritisch und unreflektiert. Denise Beer

Männer. Frauen. Krieg. Krieg und Frieden – eine Frage des Geschlechts? Hg. von Carl-Heinrich Bösling, Ursula Führer, Claudia Glunz und Thomas F. Schneider. 140 Seiten, V&R unipress Universitätsverlag, Osnabrück 2015  EUR 18,60

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