Verschlagwortet: Sprache

Vorbildliche Integration

In ihrem autobiografischen Roman „Ein fesches Dirndl“ erzählt Zdenka Becker die Geschichte der Migration der Protagonistin Bea von der Slowakei nach Österreich. Als sie 1975 mit ihrem Ehemann nach Wien kommt, beginnt für sie eine desillusionierende Zeit. Die ersten Monate sind von quälender Sprachlosigkeit, Isolation und intensiven Fremdheitsgefühlen geprägt. Bea...

Lyrik in zwei Sprachen

„Der Sonnenball/Schwindet in die Polarnacht/Um im Frost zu verglimmen“ – es sind Verse wie dieser, die in der Gedichtsammlung „Sahne für die Sonne“ der samischen Autorin Inger-Mari Aikio die acht Jahreszeiten Lapplands fühlbar machen. Entstanden sind die Gedichte in einem gemeinsamen lyrischen Musikprojekt der Autorin mit dem finnischen Musiker Miro...

Zwischen Salzburg und Venedig

Christine Haidegger beweist in ihrem aktuellen Erzählband einmal mehr ihre gute Beobachtungsgabe und Fähigkeit, auch in extrem konzentrierter Form ganze Leben zu erzählen. Manche Texte sind nur zwei Seiten lang, andere entwickeln ausführlichere Narrationen. Die Breite an Themen und Stimmungen ist groß, wobei ernste, berührende oder gar erschreckende – wie...

Audre Lorde ist hörbar da

AnouchK Ibacka Valiente hat 2015 eine Sammlung von Audre Lordes Texten als Buch zusammengestellt, die nun von Agnes Lampkin eingesprochen wurden und als Hörbuch vorliegen. Eindrücklich ist dabei nicht nur die Stimme der Sprecherin, die hörbar selbst hinter diesen Gedanken steht, worüber sie auch im Booklet kurz Auskunft gibt. Der...

Sprache konstruiert Wirklichkeit und macht Politik

von Sibylle Pahola Mit der letzten Novelle des Integrationsgesetzes wurde verabschiedet, dass Migrant_innen rechtswirksam ab 1. Oktober 2017 für ihren Aufenthaltstitel neben dem Nachweis von Sprachkenntnissen einen über Werte­ und Orientierungswissen benötigen. Als feministische Rezensionszeitschrift sind wir Verfechterinnen einer aktiven Gleichbehandlungspolitik in der Wissenschaft, Literatur und Gesellschaft. Gelebte Diversität ist...

Amüsantes & Pointiertes zu Sprache

  Es lässt sich gut kichern mit Luise F. Pusch, und das schon seit Jahrzehnten. Es mag eine*r ihr nicht unbedingt in allem zustimmen (Kopftuch als „Häftlingskleidung“!), aber mit ihren Online-Glossen legt sie häufig Bedeutungen offen, die sich in der Sprache verstecken und unbemerkt ihr frauenfeindliches Werk tun. Nun liegt...

Sprachspiele

Manchen Autor_innen ist die Liebe zur Sprache und die Leidenschaft für das Sprachspiel bereits an den ersten Sätzen anzuerkennen. Und das ist es auch, was Judith Nika Pfeifers schmalen Gedichtband so reizvoll macht: Die Lesenden begeben sich mit der Autorin in eine neue Welt der Sprache hinein, die manchmal so...

Reisen in Bildern und Sprache

Ana Schoretits‘ neues Buch ist übervoll von sinnlich Erfühltem, Gehörtem und Erlebtem aus ihren unterschiedlichen Reisen, die sie in eine Route mit Start und Zielpunkt Zagersdorf, ihrem burgenländischen Heimatort, verwandelt hat. Gedichte und Prosa umarmen einander und ergänzen sich sprachlich. Bege‑ gnungen, Geschichte, Sprache, Kunst und Kultur der einzelnen Länder...

Realitätsgerechte Sprache

Dieses Buch erklärt das Einfache und Naheliegende so eindringlich wie witzig, denn die hier veröffentlichten Leserinnen-Briefe haben das Zeug zu einem Kabarett-Programm: „Für wie maßlos dumm halten Sie denn Ihre Leserinnen und Leser, dass Sie meinen, aus Gründen der leichteren Konsumierbarkeit auf eine realitätsgerechte Darstellung der Wirklichkeit verzichten zu müssen?“...

Legende ist „das, was zu lesen ist“

Es gibt Lektüren, die sich zensierender Auffassung entziehen. „Im selben Augenblick da ich glaube, endlich verstanden zu haben, bin ich weiter denn je vom Verstehen entfernt.“ Eva Meyer, Philosophin, Schriftstellerin, Künstlerin war in meiner Studienzeit eine der intellektuellen Stars am feministischen Himmel. Ihr Buch „Zählen und Erzählen. Für eine Semiotik...