Der Anspruch des vorliegenden Sammelbands, „die Vielfalt der Verschränkungen zwischen Terrorismus, Ordnung der Geschlechter und medialer Repräsentation“ auszuleuchten, wird durchwegs erfüllt. Dass der RAF dabei eine zentrale Rolle zukommt, ist wenig überraschend. Eine Fülle an Material wird in dreizehn Beiträgen untersucht, wobei selbst eine genaue Beschreibung des massenmedialen Diskurses kaum...
Unter welchen Bedingungen arbeiteten, welche Möglichkeiten hatten Frauen in der Buchbranche von ihren Anfängen bis heute? Beginnend mit Schwester Dimidus, die – wofür eher Mönche bekannt wurden – eine ganze Bibliothek für Papst Gregor den VII. abgeschrieben und illustriert haben soll, über die erste Literaturagentin Deutschlands, Ruth Liepman, bis zur...
Eine der Grande Dames der deutschen Frauen- und Geschlechtergeschichte, Gisela Bock, hat mit dem vorliegenden Band Artikel aus vier Jahrzehnten ihrer wissenschaftlichen Arbeit versammelt. So breit wie ihr Forschungsinteresse ist auch die inhaltliche Ausrichtung des Buches. Versammelt sind etwa Artikel zur Entstehung der modernen Hausarbeit und zur nationalsozialistischen Sterilisations- und...
Zeit (19. und 20. Jahrhundert) und Raum (Linzer Provinz und Peripherie) werden im historischen Jahrbuch durch Frauen- und Geschlechtergeschichte auf sehr umfassende Weise miteinander verwoben. Unterschiedliche Lebenszugänge sind von Frauen in Tagebuchform zu finden oder werden anhand von Dokumenten und Briefen nacherzählt sowie durch Zeitzeug_innen näher gebracht. Exemplarisch sei an...
Neu und nicht mehr ganz neu sind zwei Spiele, die unser Gedächtnis in Bezug auf legendäre Frauen und Frauen-/Lesbengeschichte trainieren sollen. Beide sind so schön gemacht, dass sie lieber ausgestellt, gerahmt und aufgehängt werden wollen, als dass eine mit ihnen ernsthaft spielen wollen würde. Wunderbar ist das von Margit Hauser...
Mit wortgewaltigen Bildern schreibt Breier gegen „Gottvaters Leistungsträgerleistungsbegriff“ und „Adam“, den „Intriganten“ an, teils mit apokalyptischer Unerbittlichkeit, teils mit fein ziselierter Ironie. Gott und Teufel, Himmel und Hölle, Glück, Unglück und Urknall werden in pathetisch anmutenden Bildern beschworen und gleichzeitig banalisiert. Da taucht immer noch und immer wieder der brennende...
„in meiner stimme kristallisiert die erste sprache und memoriert die chiffren der erinnerung“. Lange – und langsame – Transite: Landschaften werden zu Gedichten, Gedichte werden zu Landschaften. Menschen und Dinge ermöglichen oder verhindern Worte, die ihrerseits die Menschen, die Dinge, die Orte erst ermöglichen – oder verhindern. Manchmal sind die...
In diesem Sammelband gibt der Orlanda-Frauenverlag zwanzig Jahre nach ihrem ersten Erscheinen die beiden Gedichtbände „Blues in schwarz-weiß“ (1997) und „Nachtgesang“ (1995) von May Ayim nun in einem Buch zusammengefasst heraus. Die 1996 mit nur 36 Jahren früh verstorbene Autorin gehört zu den bemerkenswertesten Verfasserinnen pointierter politischer Lyrik von Frauen...
Sie ist Migrantin. Sie ist Schwarze Wienerin. Ishraga Mustafa Hamid lässt uns teilhaben an ihren Alltagserfahrungen, die geprägt sind von Freundschaft und Feindschaft, von Nachbarschaftshilfe und Rassismus. Die Suche nach einer Identität steht im Mittelpunkt. „Wer bin ich? Die Identitätserfahrungen sind in Österreich in mir explodiert.“ Sie wählt dafür die...
Ein Rhythmus, wo frau mit muss oder ein beredtes Bespiel, für das nie enden wollende, immer weiter fabulierende Sprechen der Sprache selbst, nicht das Vollkommene: ein wunderbares, tönendes, auch abgründiges sinnliches Schwelgen in Sinn und Unsinn, ein letztes Wort nach dem anderen, immer wieder verwandt, umgewandt, gewandet, immer wieder von...