Schlagwort: Österreich

Geschlechtliche Unzuverlässigkeit

Vor dem Hintergrund der politischen und theoretischen Entwicklungen der letzten dreißig Jahre unterzieht Hanna Hacker ihr 1987 erschienenes Buch „Frauen und Freundinnen, Studie zur weiblichen Homosexualität am Beispiel Österreich 1870-1938“ einer kritischen Neubearbeitung. Das Ergebnis gibt einen sehr guten Überblick zu den politisch-aktivistischen und theoretischen Entwicklungen der letzten drei Dekaden...

Freundschaft auf Umwegen

Als Heinrich mit seinem Großvater zu dessen älterer Schwester Klara übersiedelt, findet sich der Elfjährige plötzlich in einer Senioren-WG wieder. Denn die raubeinige Frieda Rost und ihre hässliche Nacktkatze Helmut ziehen ebenfalls in die Villa seiner Großtante ein. Heinrichs Leben wird fortan begleitet von klugen Sinnsprüchen, einer Mischung aus Mentholsalbe...

Herz Jesu auf dem display

Nachdem sich der erste Band von Friederike Mayröckers Trilogie études durch eine Ruhelosigkeit, ja eine Notwendigkeit des Schreibens auszeichnet, ist der zweite Band cahier auf den ersten Blick ruhiger gestaltet. Die Dringlichkeit des Schreibens wird dann aber trotzdem sichtbar, sowohl an der erneut eng gesetzten Datierung als auch in den...

Das Phantom der Oper

In der Wiener Oper werden Ensemblemitglieder ermordet, nicht die ganz großen Stars, aber trotzdem! Die Polizei kommt mit ihren Nachforschungen nicht weiter und setzt daher zwei außenstehende Undercoverermittler_innen als Statist_innen in der Oper ein. Konrad Fürst ein Ex-Polizist, der in seiner zweiten Karriere als Clown Foxi auftritt und Charlotta/Lotta Fiore,...

Morde auf der Traumastation

Der neue Fall der Kommissarin Beatrix Kaspary spielt in der psychiatrischen Klinik in Salzburg auf der Traumastation. Zuerst wird ein junger Arzt umgebracht, aber das ist nur der Beginn. Zunehmend kristallisiert sich eine Patientin als zentral heraus, die nach jahrzehntelangem Martyrium in einem Keller (hier war wohl der Fall F....

Generationenrituale

Franziska und ihre Mutter Elisabeth sind die Hauptfiguren in Gertraud Klemms neuem Roman. Jedes Kapitel beginnt mit einer Einladungskarte zu einem familiären oder beruflichen Event. Schon dieser Kunstgriff signalisiert, wie gleichförmig das Leben von Höhe- und Tiefpunkten verläuft. Der treibende Faktor sind die inneren Monologe dieser beiden Figuren. Sie offenbaren...

Der Krieg in den Menschen

Die Geschichte spielt von Jänner bis Oktober 1954 im Nachkriegswien. Heinrich, Lydia und Dragan leben unter prekären Verhältnissen in einem Schuppen. Heinrich, das Heimkind hat den Krieg nicht verkraftet. Er traut den Menschen nicht, denn er denkt sich, dass der Krieg immer noch in den Menschen steckt. Er versucht, die...

Schwesternliebe

Welch eine komplexe Geschichte mit tausenden Wendungen innerhalb eines Familiensystems wird in diesem Roman erzählt, der spannend und bewegend bleibt bis zuletzt. Immer wieder versuchte ich angestrengt, die Logik der Geschichte zu erfassen, was rückblickend schon gelungen ist. Wenngleich mit außerordentlichem Konzentrationsaufwand und gemischten Gefühlen bezüglich der Zugänglichkeit der Geschichte....