Editorial

 

Liebe Leser*innen!


In der kühleren Jahreszeit sehnen wir uns nach mehr Zeit zum Lesen und präsentieren mit der aktuellen Auswahl feministischer Publikationen wieder viele wertvolle Anregungen. Bücher versprechen wohliges Gruseln, wissenschaftliche Erkenntnisse, Perspektivwechsel oder einfach Entspannung – die Leserin kann sich damit selbst oder andere verwöhnen und beschenken.

Apropos Geschenke: Mit welchem Kalender wir feministisch 2020 durchstarten können, hat Paula Boloys recherchiert. Außerdem berät das Chiclit-Team in der Kleeblattgasse 7 auch gern vor Ort, welche Kalender und Bücher zu welchen Gelegenheiten passen.

In der Ariadne Reihe des Argument-Verlags sind einige sehr zu
empfehlende Krimis erschienen – vor allem eine neue Liza Cody, in der
der Mord an einer viel zu jung gestorbenen Sängerin-Songwriterin endlich
aufgeklärt wird; und eine neue Denise Mina, in der ein
True-Crime-Podcast hohe Wellen schlägt. Der großartige neue Roman von Emma Braslavky (“Die Nacht war bleich, die Lichter blinkten”) führt uns einen Schritt näher an eine unserer möglichen Zukünfte und lässt uns zugleich dem Kern von Menschlichkeit in Robotern und Menschen in einem einsamen Berlin nachspüren.

Mika Murstein’s interessante Gedankensammlung „I’m a Queerfeminist
Cyborg, That’s Okay“ berücksichtigt aktivistische sowie
wissenschaftliche Zugänge und Theorien zu Anti/Ableismus und ist auf
vielen Ebenen inklusiv und barrierefrei geschrieben.

Eine andere Lesart erwartet der Roman “Das flüssige Land” von Raphaela Edelbauer, weil er sich stark vom traditionellen Roman abhebt, indem er verschiedenste Schreibstile ineinander verarbeitet. Auch „Der große Garten“ von Lola Randl überrascht durch ungewöhnliche Schreibweise. Scheinbar zusammenhanglose Alltagsszenen verweben sich zu einem dichten, atmosphärischen Bild, in dem auch einige sehr lustige Passagen Platz finden.

Wer Einblick in die feministische italienische Bewegung erhalten will, kann sich mit dem Werk von Marion Näser-Lather: Ein Land für Frauen – Ethnographie der italienischen Frauenbewegung „Se Non Ora Quando“ einen profunden Überblick verschaffen.

Pionierinnen in Kunst und Kultur porträtiert die Publikation „Bauhausfrauen. Meisterinnen in Kunst, Handwerk und Design“ von Ulrike Müller und liefert neben faszinierenden Biografien auch jede Menge Stoff zum Aufregen, weil sie deutlich macht, wie der große Einfluss dieser Persönlichkeiten zuerst verleugnet und angeeignet und dann grossteils aus der Geschichte herausgeschrieben wurde.  

Zu hrem 60. Geburtstag ist heuer erstmals in Österreich ein Buch zum umfangreichen Werk der Ausnahmekünstlerin Mara Mattuschka erschienen.

Es empfiehlt sich also, Kreativität und Initiative von Frauen noch viel sichtbarer zu machen und zu feiern. Dabei kann das Buch „Einfach machen! Der Guide für Gründerinnen“ von Katharina Marisa Katz anregende Inputs liefern.

Eine schöne Zeit mit inspirierenden Lesestunden, Tee, Glühwein und vielleicht sogar Schneewanderungen wünscht die

WeiberDiwan-Redaktion