Editorial

Liebe Leser*innen!

Druckfrisch hier die neue Ausgabe des Weiberdiwan. Aus der Fülle der Neuerscheinungen auszuwählen ist sehr aufregend. Immer noch überwiegen die Veröffentlichungen männlicher Autoren deutlich. Das ist ein Hauptmotor unserer Arbeit und eine klare Motivation für uns, dranzubleiben. Selbstverständlich kann keine Beschreibung der Welt, sei sie künstlerisch, wissenschaftlich oder poetisch, ohne die Stimmen von Autor*innen auskommen.

Besonders beeindruckt hat der neue Roman von Svenja Leiber „Kazimira“, der mit klaren Worten den engen Handlungsrahmen verschiedener Frauenschicksale beschreibt, beginnend im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts bis in das 20. Jahrhundert hinein. Ein weiterer wichtiger Aspekt unserer aktuellen Ausgabe ist die Sichtbarmachung von Lesben* in Wien, sei es in Porträts oder leicht lesbaren, unterhaltsamen Liebesromanen. Empfehlen wollen wir insbesondere Biografien über Frauen, die in vielen Bereichen Pionierinnen waren, etwa als Nobelpreisträgerin in der Wissenschaft, österreichische Bundeskanzlerin in der Politik oder Bundesfussballtrainerin der oefb-Nationalfrauenfussball-Elf im Sport.
Einen spannenden, mit surrealen Elementen aufgeladenen literarischen Rückblick liefert Barbi Markovic in „Die verschissene Zeit“, in der sie die 90er in Belgrad aufarbeitet. Über die Geschehnisse in Belarus und politische Machtstrukturen schreibt die Dichterin und Übersetzerin Julia Cimafiejeva in ihrem großartigen, extrem beunruhigenden „Minsk. Tagebuch“.
Fast schon klassisch kann man die feministischen Publikationen von Audre Lorde und bell hooks nennen, sie sind zeitlos und auch heute ungemein spannend zu lesen. Erstaunlich, dass diese Werke es erst nach 40 Jahren geschafft haben, in deutscher Sprache aufgelegt zu werden.
Soweit unsere speziellen Empfehlungen.
Wir sind ja immer stolz darauf, dass wir unsere Publikation gratis anbieten können und die Möglichkeit haben, euch unverbindlich auf dem Laufenden zu halten, was es an lesenswerter, spannender oder auch kontroversieller neuer Literatur gibt. Heute allerdings möchten wir euch bitten, uns Feedback zu geben, und zwar in Form einer kleinen Spende. Die anhaltend turbulente und nicht gerade feministisch ausgerichtete politische Wetterlage hat unsere finanzielle Unterstützung minimiert und wir schlittern somit gefährlich ins Minus.
Wir Redakteurinnen und Rezensentinnen beim Weiberdiwan lesen und schreiben immer schon unbezahlt. Wir sehen das als unseren Beitrag, die Welt zu einem feministischeren Ort zu machen. Druck, Papier und Layout lassen sich jedoch nicht unbezahlt realisieren. Selbstverständlich wollen wir aber unsere schöne und wichtige Arbeit fortsetzen. Daher bitten wir Euch um ein kleines „Like“, in Form finanzieller Unterstützung. Vielleicht mit einer Summe, die einem Kaffee oder einem Weihnachtspunsch entspricht. Herzlichen Dank dafür!

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Und nun wünschen wir euch Inspiration beim Lesen und eine schöne Winterzeit.

WeiberDiwan-Redaktion