Kategorie: Lyrik

PoeSENSkalender

Martina Sens beschert uns mit ihrem „PoeSENSkalender“ ein ganz besonderes Leseabenteuer. In 132 Texten über das Jahr verteilt beschreibt sie in knapper, präg­nanter, realistischer und immer wieder auch lyrischer Form historische als auch aktuelle Ereignisse sowie politische Inhalte und bekannte Persönlichkeiten. Frauengestalten erhalten viel Raum bei ihr. Die Palette reicht...

Ungebärdig in Erscheinung treten

… war schon immer der Autorin Lebenselixier. Bis heute, in einem Alter, in dem sich andere schon längst in den Ruhestand versetzt haben. Nicht so sie, die es noch immer wagt von Entwürfen zu sprechen und nicht von (Aus-)Schließungen, hat in Referenz auf Ingeborg Bachmanns ‚Die Prinzessin von Kagran‘ (die...

Vom Kaputtgehen

Die Autorin Isabella Krainer glänzt in ihrem Gedichtband mit ungehemmten, treffenden Wort- und Sprachspielereien und oftmals auch zweideutigen Aussagen. Trotz der Knappheit der Texte oder gerade deswegen, ist manchmal ein mehrmaliges Lesen vonnöten, um den tieferen Sinn besser zu erfassen. Da wird aus dem Pommerland schon mal das Pommesland, und...

ExperimenTelling

Es ist, als hörte man in den Gedankenstrom einer anderen Person hinein. Bei diesem Prozess fehlen allerdings immer wieder Worte, oder Gedanken werden nicht zu Ende gedacht. Als nähme man Teil an der Wirklichkeit aus einer anderen Perspektive. Diese Erzähl- oder vielleicht eher Schreibweise hat etwas eigenartig Hypnotisches, sie wirkt...

Rose und Nachtigall

Sechs Jahre nach dem ersten Erscheinen hat dieser Lyrikband der mehrfach ausgezeichneten Dichterin nichts von seinem Zauber verloren. Schon der Titel lässt auf romantisch-mystische Inhalte schließen. Die Rose als Geliebte und die Nachtigall als Sehnsucht sind oft verwendete Symbole in der orientalischen Dichtung. „In meinem Herzen das Herz einer Nachtigall“,...

Cottoneske Spekulationen

Lyophilia, von Ann Cotten als „Science-Fiction auf Hegelbasis“ angekündigt, erinnere, so der Klappentext des Verlags, an Tarkowskijs Special Effects: Eine Formulierung, vor eine Wirklichkeit gehalten, und plötzlich wird präzise, was sonst in der Form eines dumpfen Ahnens herumvegetiert. Von den 12 Prosatexten haben „Proteus“ und „Anekdoten vom Planeten Amore (Kafun)“...

Poetisches Knochengeklimpere

„Komm, schnüren wir die Knochen,“ der Titel des nun in deutscher Übersetzung vorliegenden Gedichtbands der auf Slowenisch schreibenden österreichischen Autorin Cvetka Lipuš, hält – mit „auch wir“ minimal variiert – einen Zyklus von fünf Gedichten zusammen: „Dies ist die Zeit der Zauberer und Magier. Der Wille läuft keinem geckenhaften Erfolg...

Herausgeschüttelt

„Schüttle die Worte aus dem Mantel der Freude…“, so beginnt Elisabeth Reicharts zweiter Gedichtband „Mein Geliebter, der Wind“. Oft hat man beim Lesen das Gefühl, dass die Autorin dieser Aufforderung gerne nachkommt. Viele ihrer Worte wirken herausgeschüttelt aus einem Mantel der Freude, aber auch aus einem Umhang der Sehnsucht oder...

Aus dem Ankunftsland

Es sind Bild- und Textcollagen, Stickbilder, selten klassische Textformen, mit denen Nadine Kegele in ihrem aktuellen Buch Fragmente unterschiedlicher Leben einfängt, Fragen nach Heimat und Heimatlosigkeit, Emanzipation, Freund_innenschaft und Liebe stellt. Ist es echte Freiheit oder Schweinebratenfreiheit? Wo verläuft der rote Faden zwischen dem Leben eines Mannes und einer Frau...

Lyrik in zwei Sprachen

„Der Sonnenball/Schwindet in die Polarnacht/Um im Frost zu verglimmen“ – es sind Verse wie dieser, die in der Gedichtsammlung „Sahne für die Sonne“ der samischen Autorin Inger-Mari Aikio die acht Jahreszeiten Lapplands fühlbar machen. Entstanden sind die Gedichte in einem gemeinsamen lyrischen Musikprojekt der Autorin mit dem finnischen Musiker Miro...