Kategorie: Lyrik

Aus dem Ankunftsland

Es sind Bild- und Textcollagen, Stickbilder, selten klassische Textformen, mit denen Nadine Kegele in ihrem aktuellen Buch Fragmente unterschiedlicher Leben einfängt, Fragen nach Heimat und Heimatlosigkeit, Emanzipation, Freund_innenschaft und Liebe stellt. Ist es echte Freiheit oder Schweinebratenfreiheit? Wo verläuft der rote Faden zwischen dem Leben eines Mannes und einer Frau...

Lyrik in zwei Sprachen

„Der Sonnenball/Schwindet in die Polarnacht/Um im Frost zu verglimmen“ – es sind Verse wie dieser, die in der Gedichtsammlung „Sahne für die Sonne“ der samischen Autorin Inger-Mari Aikio die acht Jahreszeiten Lapplands fühlbar machen. Entstanden sind die Gedichte in einem gemeinsamen lyrischen Musikprojekt der Autorin mit dem finnischen Musiker Miro...

Gedichte und Gerichte – Auf das Leben!

Wer die über 90 Jahre alte Esther Bejarano jemals auf der Bühne gesehen oder ihre Autobiografie gelesen hat, ist von ihr beeindruckt. Der Schau­spieler Rolf Becker hat nun mit der Auschwitz Überlebenden ein warmherziges Buchprojekt verwirklicht, in dem diese vor allem zu wichtigen FreundInnen oder Verwandten in ihrem Leben persönliche...

Eine Jugend in der DDR

Juliane Adler schreibt von staatlicher Überwachung, ans Absurde grenzender Bürokratie und ganz normalem Alltag, vom Eingesperrtsein in einem Land, das sich den Antifaschismus auf die Fahne geschrieben hat, seinen Bewohner_innen aber sogar minimalste persönliche Freiheiten raubt. Die Prosagedichte spiegeln das alltägliche Leben der Autorin im autoritären System der DDR, erzählen...

#feminism #barock #exlesbians #metoo

Feminismus gibt es seit Anfang der Welt. Frauen wollten immer mehr vom Kuchen als nur die Hälfte, weil sie meist viel weniger als die Hälfte bekamen. Es gibt und gab immer Frauen, die das auch lautstark vertraten und nie nur das zweite Geschlecht sein wollten, sondern gleichberechtigt. Wie wir wissen...

Farbspuren und Seifenblasen

Die Autorin Christine Tippelreiter und die bildende Künstlerin Ingrid Loibl haben gemeinsam einen schön editierten schmalen Band mit Gedichten und Bildern herausgegeben. Aufs Erste scheint er aus der Zeit gerückt, da er sich dem Spüren und Sehen widmet. In der Anmut der Gedichte findet sich eine im Hier und Jetzt...

Auf die Wunde Welt

„Erstickende Eintracht Staubrest einer Vergangenheit Ruinen[…]“ so beginnt der Gedichtband. Anfangs schreibt Feimer ohne Interpunktion, kurze Verse, in denen nicht klar ist, wann das Gedicht abreißt, und das nächste beginnt. Zwischendrin mal ein Punkt oder ein Komma, mittendrin versiegen die Satzzeichen wieder. Immer wieder beschwört Feimer ein viel bedeutendes „Du“....

Abschied, Tod und Kindheitserinnerungen

Ilse Helbich, 1923 in Wien geboren, hat mit 80 Jahren ihren ersten Roman veröffentlicht. Nun, in ihrem 95. Lebensjahr, ist ein Gedichtband von ihr erschienen, der frühe Texte, beginnend mit 1975, sowie spätere Texte bis in das Jahr 2015 umfasst. In poetischer Bildsprache kehren wir mit Helbich in Kindheitserinne-rungen zurück,...

Wegbegleitung für die Trauer

Behutsam begleiten die Autorin Inga Elisabeth Ohlsen und ihre Mutter die Lesenden durch die Seiten dieses Gedichtbandes und durch Zeiten der Trauer. Die studierte Politologin, Slawistin und Heilpraktikerin beschreibt hier Gefühle und Wahrnehmungen nach dem Tod ihrer Tochter und den langsamen Wandel der Trauer. Es ist eine plastische und lebensbejahende...

gestern wie morgen alles ist immer heute

Elke Laznias Dichtungen sind ein drei¬teiliger rhythmischer Fluss, ohne Punkt und Komma. Nur der letzte Teil „Medikationen“ wird zerhackt durch Interpunktionen. Durch das Weglassen von Interpunktionen in den ersten beiden Teilen fließen die Dichtungen von Laznia ineinander, sind nicht abgetrennt voneinander, erschweren das Lesen und zwingen eine_n hierdurch sich ihnen...