Kategorie: Lyrik

Von den Grenzen zwischen Himmel und Erde

Manche Publikationen strahlen schon von Außen eine gewisse Wärme aus. Beim ersten Lyrikband der in Wien lebenden Philologin und Übersetzerin Seda Tunç ist dies der Fall: Von der Salzburger edition mosaik im Kleinformat veröffentlicht, erscheint das in einfachen Karton gebundene Büchlein wie in liebevoller Handarbeit gefertigt. Ergänzt wird das Cover...

Sich wachwaschen mit Klang

Sophie Reyer aus Wien, 1984 geboren, ehrt in ihrem Lyrikband 100 verschiedene Komponistinnen von der Antike über das Mittelalter bis zur Neuzeit. Viele der Musikerinnen sind nicht oder weniger bekannt, andere vielleicht ein Begriff, aber vergessen oder weitgehend unterschätzt und somit kaum erwähnt. Die Liste reicht von der antiken Sappho...

Wortmalereien

Liebesgedichte, die erfrischenderweise ohne jeden Kitsch auskommen, dank einer Sprache, die gleichzeitig blumig und verträumt anmutet und im nächsten Moment scharfsinnig und witzig, gar ironisch daherkommt. Das Buch teilt sich in drei Teile: Extranet – Liebesgedichte, Lost in Hell und Saitensprünge. Zarnegin stellt in diesen Kapiteln das Leben, Liebe, Lust...

Lustvolle und ironische Obertöne

Lustvolle und ironische Obertöne Anne Carson begibt sich, wie es im Klappentext heißt, auf „vier poetische Streifzüge“. Der erste führt uns in einem weiten Bogen zu den hedonistischen Sentenzen des antiken Dichters Mimneros. „Denn er selbst erwähnt nur zwei Freuden, ohne sie als Freuden zu bezeichnen: […] Sex und Licht....

Gastarbajter*in – Rassismus tötet

Semra Ertan starb am 26. Mai 1982 in Hamburg mit 25 Jahren. Sie war in einen Hungerstreik getreten und hatte sich dann öffentlich verbrannt. Sie forderte, „dass Ausländer nicht nur das Recht haben, wie Menschen zu leben, sondern auch das Recht haben, wie Menschen behandelt zu werden.“ Der Presse hatte...

Mitten ins Herz

Was beschäftigt Schriftstellerinnen aus dem Irak und wodurch unterscheiden sie sich von ihren männlichen Kollegen? „Frauen schreiben von innen nach außen, während Männer von außen nach innen schreiben“, sagt eine der Autorinnen der Anthologie „Mit den Augen von Inana“. In vielen Texten des Buches wird die Lebenswirklichkeit des Irak auf...

Lyrik ist geschlechtslos. Kann sein. Nein.

Margaret Atwoods gesammelte Poesie unter dem Titel „Die Füchsin – Gedichte 1965-1995“ ist eine zweisprachige Ausgabe übersetzt von mehreren Autorinnen. Der Titel für diesen wuchtigen Sammelband hätte etwas mutiger klingen können (Im Original: „Feuer essen“), was sich folglich bestimmt positiv auf das ganze Buchdesign ausgewirkt hätte, das etwas altbacken daherkommt...

Ein Liebesbrief

Wie für so viele Frauen in der Kunst, hat auch für Emmy Hennings bis jetzt die rechtmäßige Anerkennung gefehlt. Ihr Leben als Femme Fatale bekam oft mehr Aufmerksamkeit, als ihre Rolle der Schöpferin des Dadaismus oder ihre starken und von so viel Schmerz geprägten Gedichte. Ihr erster vollständiger Lyrikband führt...

Poetischer Aufbruch

In ihrem neuen Gedichtband setzt sich Katrin Bernhardt mit den unterschiedlichen Bedeutungen des titelgebenden Begriffs „Aufbrechen“ auseinander: Die Texte handeln von Neuanfängen, vom Reisen in ferne Länder, vom kritischen Hinterfragen der eigenen Privilegien, vom Fremd-Sein woanders und dem zuhause Nicht-Zuhause-Sein, von freiwilligem und erzwungenem Nicht-Dazugehören, von Rausch und von Ernüchterung....

„Falscher Glitzer“ in Amerika

Eine Collage aus Gedichten, handgeschriebenen Satzbruchstücken, Zitaten und Fotos ist das Ergebnis mehrerer Reisen einer Autorin und eines Fotografen, die sich, so steht es im Nachwort des Herausgebers, auf die Spuren der Beatniks machten, um Amerika für sich zu entdecken. Von Kalifornien über Arizona nach New York, vom hohen Norden...