Kategorie: Sprache

Der ganz normale Antisemitismus

Wien als verschlagen-gemütliche Heimstätte des Antisemitismus ist der Bezugspunkt dieser Skandalöses, Skurriles, Witziges, Trauriges, Empörendes versammelnden Geschichten, Betrachtungen und Analysen, die sich – meist auf persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen beruhend – mit antisemitischen Einstellungen und (verbalen) Übergriffen in Vergangenheit und Gegenwart als Ingredienz einer österreichisch provinziellen Mentalität auseinandersetzen. Bereits 2001...

Nachlass

Vierzehn Texte, in denen sich Ruth Klüger mit literarischen Texten zu den Themen Juden und/oder Frauen auseinandersetzt. Essays, Artikel und Vorträge, die verstreut in kleinen, schwer erhältlichen Ausgaben erschienen sind, trug Gesa Dane, die den Nachlass von Ruth Klüger verwaltet, in dem Band zusammen. Bereits 2021 veröffentlichte sie einen ersten...

Das Suffix: -*in

Lena Völkening, angehende Linguistin und Literaturwissenschafterin, nähert sich der Frage des Genderns in der deutschen Sprache aus einem linguistischen Blickwinkel. Dazu skizziert sie die Geschichte des Anliegens, Frauen nicht nur „mitzumeinen“ bis zu der aktuellen Diskussion um Formen, die nichtbinäre Personen ebenfalls sichtbar machen sollen. Grammatiktheorie bespricht sie ebenso wie...

Ein Stern ­ geht auf, liebe Leser­innen

Das Handbuch GENDER-leicht. Wie Sprache für alle elegant gelingt ist ein gut strukturiertes Sachbuch. Die Autorin Christine Olderdissen plädiert darin für gesellschaftspolitisch wichtige, sprachliche Neuinterpretationen und -kreationen: „Männer müssen bei einigen Bezeichnungen die Endungen abtreten. Ist das so schlimm?“ (S. 47). Dies geschieht etwa im Wort ‚ Ärzt­innenschaft‘ oder ‚Bäuer­innen‘. Für...

Jüdisch, deutschsprachig, transnational

Die Germanistin und Medienpädagogin Lydia Heiss untersucht in dieser Studie drei autofiktionale Texte von jüdischen Autorinnen, die auf Deutsch schreiben, jedoch mit einer anderen Muttersprache aufgewachsen und aus Osteuropa nach Deutschland migriert sind. Leitfrage ist, wie in den literarischen Texten jüdische Identität konstruiert wird, insbesondere in Bezug auf die Vergangenheit...

Kritische Bildungsarbeit im Neoliberalismus

Entlang intersektional-feministischer, migrationspädagogischer und postkolonialer Ansätze, sowie auf Basis von Interviews mit Lehrenden, formuliert Corinna Widhalm Kriterien für selbstermächtigenden Unterricht und stellt dabei Wissenskritik, Selbstreflexion und -kritik und – daraus abgeleitet – (pädagogische) Handlungsper­spektiven ins Zentrum. Unter Bezugnahme auf Bildungsarbeit seitens migrantisch-feministischer Vereine, die bestrebt sind, ein emanzipatorisches Bildungsverständnis zu...

„Liebes Lesens dieses Personendiwans“

Das Buch thematisiert die Wirkungen und Bedeutungen von konventionell maskuliner, genderinclusiver und genderfreier Sprache. Inklusive Sprache umfasst alle möglichen Geschlechts­identitäten, indem sie zuordenbare Begriffe ersetzt oder verändert. Z.B: Ich habe zwei Elter und 4 Tatonkel. Leider hat ein Elter von mir keine Geschwister und ich auch nicht. Meine Nahbeziehungsperson hat...

Chancen aus der Corona-Krise?

Sechs Frauen und drei Männer philosophieren über Fragen, Antworten und Perspektiven für die Zeit nach der aktuellen Pandemie. Sie schreiben über die systemrelevanten und immer noch schlechtbezahlten Berufsgruppen im Handel und im Krankenhaus, sowie über Alleinerzieherinnen, die mehrheitlich der weiblichen Gesellschaft angehören. Die an Philosophinnen in Interviews herangetragenen Fragen, etwa...

„Bei uns herbstelts sehr wohl!“

Wiebke Sievers, Holger Englerth und Silke Schwaiger haben neun nach Österreich zugewanderte prominente AutorInnen befragt: Nach ihren literarischen Anfängen, den Bedingungen im Literaturbetrieb, ihren Vorbildern und nach der Bedeutung von Migration und Mehrsprachigkeit für ihr Schreiben. Dabei zeigt sich, dass Fremd- und Eigenwahrnehmung oft auseinanderklaffen. So erleben die befragten AutorInnen...

Assoziatives Schreiben 

„Der Text braucht das Papier. Erst beim Kontakt mit dem Papier tauchen die Sätze auf. Als flögen sie mit mächtigen Flügelschlägen aus einem versteckten Nest unter dem Papier auf.“ Dieses Buch ist ein sinnliches philosophisch-poetisches Kunstwerk in ganz besonderer grafischer Gestaltung: Tränen wie Hieroglyphen, Verheißungen, Andeutungen haben die Herausgeberinnen Esther...