Schlagwort: Literatur

Sprachliche Sorgfalt

Zum hundertsten Geburtstag von Ilse Aichinger im Jahr 2021 wurde die Autorin und Künsterlin Teresa Präauer von der Stadt Wien eingeladen, eine Festrede über diese zu halten. Teresa Präauer tastet sich feinfühlig an die Biografie Aichingers heran, indem sie persönliche Daten Aichingers von deren Tod 2016 zurück in deren Kindheit...

Literatur und die Macht der Erinnerung

Die Ich-Erzählerin, eine Schriftstellerin, versetzt uns in ein beklemmendes Szenario: sie wird von einer nicht definierbaren Person aufgefordert, Bericht zu erstatten. Sie soll wöchentlich eine akustische Reportage schicken, dem eigenen Rhythmus folgend erzählen und die Stimmen der anderen dokumentieren. Anlass dieses Arrangements ist ein Umsturz, die schrittweise Etablierung einer faschistischen...

Die Wichtigkeit von Seifenblasen

Aus dem Nachlass von Margarete Beutler (1876-1949), deutsche Schriftstellerin, Dichterin und Übersetzerin, entstand eine Sammlung von teils autobiografischen Erzählungen und Texten. Chronologisch verarbeitet sie mitunter Erlebnisse aus frühester Kindheit mit einer kindlich-naiven Sprache und ebensolchem Blick auf die Welt, die gleichzeitig aber unglaublich viel Witz und Ironie offenbaren. Ihre Zeit...

Viele Orte. Überall.

Als Tochter bengalesischer Eltern in London geboren, in Rhode Island aufgewachsen und derzeit ansässig in New York, schrieb die Pulitzerpreisträgerin Jhumpa Lahiri ihren aktuellen Roman während eines mehrjährigen Aufenthalts in Italien. Die Protagonistin in „Wo ich mich finde“ ist allerdings eine Frau, die ihren italienischen Geburtsort nie verlassen hat. –...

Feministisches Roadmovie

Aktionismus ist wichtig, weil er Spaß macht, das lehrt uns der neue Roman von Gertraut Klemm. Es beginnt tragisch, die langjährige Weggefährtin von Elvira stirbt, gerade in der Zeit, wo ihr neuester Roman auf der Shortliste des deutschen Buchpreises landet. Elvira soll sich nun um die Nachlassverwaltung kümmern und das...

In einem Zwischenreich

Kentauren, Sirenen, Traumgestalten, sich in Bäume verwandelnde Frauen sind das bevorzugte Personal der drei Erzählungen, in denen das Schicksal dreier höchst unterschiedlicher Persönlichkeiten den Plot bildet. Die vernachlässigte Ehefrau eines wohlhabenden Mannes, der wenig betrauerte Tod einer Musiklehrerin und die Faszination einer sozial engagierten, lebenstüchtigen Frau für einen jungen Geflüchteten....

Halina

Für das Manuskript und das beste unveröffentlichte Prosadebüt wurde die Studentin der Kulturpublizistik Julia Kohli bereits mit dem Studer-Ganz-Preis ausgezeichnet. Inzwischen ist ihr erster Roman auch im Handel erhältlich und sehr lesenswert. Er handelt von der 27-jährigen Studentin Halina, die eine Lehre zur Buchhändlerin absolviert hat. Sie studiert Geschichte und...

Zwischen den Stühlen

Die Politikwissenschaftlerin Maike Weißpflug beweist mit ihrer Forschungsarbeit, dass Hannah Arendts Werk an Aktualität nicht verloren hat. Arendts vielseitiger Denkstil und ihre Urteilskraft lassen sich auch auf heutige Demokratiedefizite als Werkzeug anwenden, um uns zum Handeln als Subjekt zu ermutigen und zu bewegen. So gesehen ist es eine Einladung zur...

Unser lieber Arthur Schnitzler

Marie Haidinger, ein Mädel vom Lande, erhält eine Stelle als Kindermädchen im Hause Arthur Schnitzler. Petra Hartliebs „Ein Winter in Wien“ erzählt handwerklich solide und sprachlich leichtfüßig aus der Perspektive Maries vom Arbeitsalltag eines Kindermädchens in der undurchlässigen Klassengesellschaft um 1910. Geschildert wird die harte Lebensrealität Wiener Dienstbot_innen (die Kälte,...

Koch-Literatur

In diesem hübschen Bändchen kombiniert die Sprachwissenschaftlerin Diana Anfimiadi literarischen Text mit Biografie und Kochbuch. Geschmackserinnerungen an Gerichte oder Lebensmittel stellen den jeweiligen Ausgangspunkt für anekdotische Erzählungen, Zitate, Überlegungen und Assoziationen ihrer „kulinarischen Biographie“ dar. Manchmal verliert sie dabei den Faden, „also kehre ich zur griechischen Küche zurück“. Sie reist...