Schlagwort: Migration

Wo die Ungehörten sprechen

Viele Jahre lang war Melita H. Šunjić in der UNHCR tätig. Nun hat sie einmal mehr ein Buch geschrieben. Dabei lässt sie eine Gruppe zu Wort kommen, der sonst selten zugehört wird: Neun Menschen berichten über ihre Fluchterfahrungen. Sie erzählen von Situationen in den Herkunftsländern, von Wünschen und Hoffnungen und...

Gastarbajter*in – Rassismus tötet

Semra Ertan starb am 26. Mai 1982 in Hamburg mit 25 Jahren. Sie war in einen Hungerstreik getreten und hatte sich dann öffentlich verbrannt. Sie forderte, „dass Ausländer nicht nur das Recht haben, wie Menschen zu leben, sondern auch das Recht haben, wie Menschen behandelt zu werden.“ Der Presse hatte...

Vereinbarkeit von Islam und Feminismus

Gegnerinnen eines feministischen Projekts im Islam sind u.a. islamische FundamentalistInnen, muslimische TraditionalistInnen sowie säkulare FundamentalistInnen. Zumeist über Koran-Exegese, wo Passagen aus dem Kontext gelöst werden, versuchen diese in der eigenen Community feministische Ansätze zu widerlegen. Der islamische Feminismus hat sich jedoch als theoretische Richtung mittlerweile etabliert. Der Aufsatz von Fahimah...

Träume verwirklichen

Nun ist ein weiterer Band der amerikanischen Autorin Elena Favilli für „Rebel Girls“ erschienen. Frauen mit Migrationshintergrund stehen im Mittelpunkt. Auch dieser Band zeichnet sich über eine breitgefächerte Vielfalt weiblicher außergewöhnlicher Lebensentwürfe aus und ist zum kurzweiligen Vorlesen wie auch zum Selbstlesen für Mädchen geeignet. Porträtiert werden die vorgestellten Persönlichkeiten...

Mit-geteilte Fluchterfahrungen

Frauen mit Fluchterfahrung machen sich programmatisch zu Subjekten ihrer eigenen Geschichte, indem sie ihre individuellen Lebensgeschichten in einem selbstorganisierten Rahmen und im Kontext einer kritischen Thematisierung globaler Ungleichheitsstrukturen sowie sich verschärfender europäischer Migrationspolitiken und Asylrechtsbestimmungen erzählen. Dieses Erzähl- und Buchprojekt, das im Rahmen einer Zusammenarbeit von geflüchteten Frauen, Mitgliedern* des...

Gedichtagentur

Findet das Leben immer woanders statt, fragt sich die kindliche Chaya, die mit Schwestern, melancholischer Mutter und einem hauptsächlich abwesenden Vater im Teheran der 1970er Jahre aufwächst. Sie lernt Italienisch, träumt von der Auswanderung und einem BH als Symbol erwachsener Weiblichkeit, während sie spitzfindig, voll unfreiwilliger Ironie die Welt der...

Die kaputte Glühbirne

Im orthodoxen Georgien sorgte bereits der Titel des Buches „Schuschaniks Kinder“ für Empörung. Schuschanik war eine armenische Prinzessin im 5. Jahrhundert. Sie weigerte sich, zum Zoroastrismus der persischen Herrscher überzutreten. Daraufhin warf sie ihr konvertierter Mann ins Gefängnis, wo sie nach sieben Jahren starb. Ihre Heiligenlegende gilt als das älteste...

Vorbildliche Integration

In ihrem autobiografischen Roman „Ein fesches Dirndl“ erzählt Zdenka Becker die Geschichte der Migration der Protagonistin Bea von der Slowakei nach Österreich. Als sie 1975 mit ihrem Ehemann nach Wien kommt, beginnt für sie eine desillusionierende Zeit. Die ersten Monate sind von quälender Sprachlosigkeit, Isolation und intensiven Fremdheitsgefühlen geprägt. Bea...

Das Fremdsein und die erste Liebe

Immigration ist kein Spaziergang, schreibt Anna Galkina. Aus der Sicht einer Heranwachsenden ließe sich über einen Spaziergang vermutlich keine annähernd so fröhliche Geschichte schreiben. Humorvoll und nicht ohne böse Absicht schildert die Ich-Erzählerin Nastja, wie ihre kleine russisch-jüdisch-stämmige Familie, Mutter, Großmutter und Stiefvater ihr Leben in einer westdeutschen Kleinstadt der...

Getrennte Familienverhältnisse

Im Mittelpunkt des Romans steht, die Suche nach der inneren Mitte der 30-jährigen Nilou, die nach Abschluss ihres naturgeschichtlichen Studiums an einer Eliteuniversität mit ihrem Mann, der erfolgreicher Rechtsanwalt ist, in Holland lebt. Sie ist mit ihrem Bruder und ihrer Mutter vor etwa 18 Jahren vom Iran in die USA...