Schlagwort: Migration

Die kaputte Glühbirne

Im orthodoxen Georgien sorgte bereits der Titel des Buches „Schuschaniks Kinder“ für Empörung. Schuschanik war eine armenische Prinzessin im 5. Jahrhundert. Sie weigerte sich, zum Zoroastrismus der persischen Herrscher überzutreten. Daraufhin warf sie ihr konvertierter Mann ins Gefängnis, wo sie nach sieben Jahren starb. Ihre Heiligenlegende gilt als das älteste...

Vorbildliche Integration

In ihrem autobiografischen Roman „Ein fesches Dirndl“ erzählt Zdenka Becker die Geschichte der Migration der Protagonistin Bea von der Slowakei nach Österreich. Als sie 1975 mit ihrem Ehemann nach Wien kommt, beginnt für sie eine desillusionierende Zeit. Die ersten Monate sind von quälender Sprachlosigkeit, Isolation und intensiven Fremdheitsgefühlen geprägt. Bea...

Das Fremdsein und die erste Liebe

Immigration ist kein Spaziergang, schreibt Anna Galkina. Aus der Sicht einer Heranwachsenden ließe sich über einen Spaziergang vermutlich keine annähernd so fröhliche Geschichte schreiben. Humorvoll und nicht ohne böse Absicht schildert die Ich-Erzählerin Nastja, wie ihre kleine russisch-jüdisch-stämmige Familie, Mutter, Großmutter und Stiefvater ihr Leben in einer westdeutschen Kleinstadt der...

Getrennte Familienverhältnisse

Im Mittelpunkt des Romans steht, die Suche nach der inneren Mitte der 30-jährigen Nilou, die nach Abschluss ihres naturgeschichtlichen Studiums an einer Eliteuniversität mit ihrem Mann, der erfolgreicher Rechtsanwalt ist, in Holland lebt. Sie ist mit ihrem Bruder und ihrer Mutter vor etwa 18 Jahren vom Iran in die USA...

Weibliche Migration – Trauma und Chance

Der vorliegende Band liefert einen wichtigen Beitrag zur aktuell hochbrisanten Migrationsdebatte. Die Migration von Frauen, insbesondere der 1. Generation, wurde bislang völlig unzureichend untersucht. Im gesellschaftspolitischen Kontext von immer restriktiveren Einwanderungsgesetzen, rassistischen Tendenzen und einseitigen Forderungen an MigrantInnen sich zu integrieren, analysiert Bär Migration als Krise und Trauerprozess. Sie kombiniert...

Das Abziehbild

Junge Georgier*innen, die in Amsterdam, einer Stadt ohne Vorhänge an den Fenstern, in der Drogen legal sind, versuchen, sich ihre Existenzen aufzubauen. Sie sind dem krisen- und kriegsgeschüttelten Georgien entflohen. Astamur, Ornithologe, ist dem Vogelzug der Nachtigallen aus dem iranischen Isfahan auf der Spur. Und sich selbst. Seit seiner frühen...

Bosporus ohne Romantik

Seit ihrem Studium in Deutschland arbeitet Fatma, eine Kurdin aus Mittel-anatolien, bei einem niederländischen Konzern. Als ihr Arbeitsplatz einer Umstrukturierung zum Opfer fällt, nutzt sie die Gelegenheit, sich einen lang gehegten Traum zu erfüllen und nach Istanbul zu ziehen. Entstanden ist die Idee auf einer ihrer Dienstreisen, da war sie...

Erinnerungen an den Irak

Brigitte Findakly, Koloristin für Comiczeichner*innen, gibt mit der Graphic Novel „Mohnblumen aus dem Irak“ ihr autobiografisches Debüt als Autorin. Findakly hat als Tochter einer Französin und eines Irakers ihre Kindheit im irakischen Mossul verbracht. Als sie Teenagerin ist, siedelt die Familie Anfang der 1970er Jahre aufgrund der politischen Bedingungen im...

Vina in Vienna: Kimchi forever!

Vina Yuns zweiteiliger Comic „Homestories – Koreanische Diaspora in Wien“, der auch nur gemeinsam erworben werden kann, ist dieses Jahr erschienen. In Teil Eins ist das Verweben der mündlichen Geschichten ihrer Mutter mit denen anderer Frauen, die in einem ähnlichen Zeitraum aus Südkorea nach Europa gekommen waren, zentral. „Gastarbeiterinnen“ sollten...

Regenbogenfamilie am Abgrund

In diesem Buch finden sich in Episoden unterschiedliche Stationen einer Regenbogenfamilie: vom Wunsch zum Kind, zur künstlichen Befruchtung und dem Mütter-Sein. Manche Stellen im Buch sind durchaus witzig und originell beschrieben. Zwar hat mich die merkwürdige Lieblosigkeit zwischen dem seit 22 Jahren bestehenden Frauenpaar irritiert, war doch Liebe am Einband...